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Viele offene Fragen zum geplanten Einkaufszentrum

Ehemaliges Justizgelände

Die Zukunft des alten Justizzentrums am Westring und des angrenzenden Telekomblocks ist weiter ungeklärt. Nicht einmal der Kaufvertrag ist bislang unterschrieben. Für Stadtbaurat Dr. Ernst Kratzsch ist das dennoch kein Grund, unruhig zu werden.

BOCHUM

, 10.10.2014
Viele offene Fragen zum geplanten Einkaufszentrum

So stellen sich die Planer das neue Einkaufszentrum vor. Ob der Telekomblock abgerissen und durch einen Neubau (links im Bild) ersetzt wird, steht noch nicht fest. Die Gespräche mit dem Eigentümer laufen noch.

„Über den Sommer sind die Verträge hin und her verhandelt worden. Jetzt sind die Dinge weitgehend geklärt“, sagte Kratzsch auf Anfrage. Zugleich wies er auf eine Besonderheit des Vertrages hin. „Der Landtag muss den Verkauf beschließen.“ Dazu wird es nach Einschätzung des Stadtbaurates in diesem Jahr aber nicht mehr kommen. Vielmehr erwartet er den Beschluss im Februar 2015. Zeit, die auch für andere grundlegende Entscheidungen genutzt werden soll.

Vertreter des künftigen Eigentümers HBB aus Hamburg sprechen seit Wochen mit der Stadt, der EGR und insbesondere auch mit der Familie Baltz über die Zukunft des Telekomblocks. Dabei geht es zunächst um die Grundsatzentscheidung, ob das Gebäude erhalten werden soll oder ob der Siegerentwurf von HBB umgesetzt wird. Er sah vor, das von Baltz erworbene Objekt komplett abzureißen. Auch vom Schlegelkomplex würde außer dem auffälligen Turm nur einige wenige Nebengebäude erhalten bleiben. Mittlerweile gibt es nach Auskunft von Ernst Kratzsch einen Planungsauftrag. Der sieht vor, dass der Telekomblock erhalten bleibt und in das Gesamtprojekt integriert wird.

Eine Grundsatzentscheidung auch in dieser Frage erwartet der Stadtbaurat ebenfalls im Februar des nächsten Jahres. Aus Sicht von Kratzsch ist das früh genug. Er verweist auf den Zeitplan für den Neubau des Justizzentrums am Nordring. „Der Umzug ist für Ende 2016 geplant.“ Und erst dann kann mit dem Abriss des alten Justizzentrums am Westring begonnen werden. Die zwei Jahre werden auch wichtige Hinweise auf die Entwicklungen in der Bochumer Innenstadt geben. Bei der Bestätigung des Kaufvertrages hatte die Firma Baltz als mögliche Option für den Telekomblock auch Büronutzung genannt. Allerdings werden gerade in diesem Bereich Schwierigkeiten deutlich.

Aus Immobilienmakler-Kreisen ist zu erfahren, dass schon jetzt in Obergeschossen im Stadtzentrum eine Vielzahl von Büros leer stehen. Für Neuvermietungen rechnen sie mittlerweile mit mehreren Monaten Vorlaufzeit. Auch Geschäftsflächen im Erdgeschoss finden auf der viel begangenen Kortumstraße nicht mehr direkt neue Mieter. Die Bochumer Politik hat deshalb darauf hingewiesen, dass bei den anstehen Bauarbeiten im nächsten Jahr auf der Kortumstraße die Belange des Einzelhandels besonders berücksichtigt werden müssten.

Für die neuen Justizgebäude hat die Stadt einen traditionsreichen Schulstandort aufgegeben. Vor dem Beschluss gab es über Wochen und Monate lautstarke Bürgerproteste. Einig war sich die Politik, dass am alten Justizstandort kein geschlossenes Einkaufszentrum entstehen soll. Allerdings gab es am Ende nur zwei Investoren, die unter diesen Bedingungen bauen wollten.

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