Vielfältiger „Unsinn“ hält Bewohner des Boni-Heims gesund

rnSeniorenheim in Unna

Die Nähe zu Nachbarn, der Garten und Rehasport sind für die Bewohner des Boni-Heims ebenso wichtig wie Therapiehund „Bingo“. Das große Seniorenheim hat vielfältige Angebote, damit seine Bewohner aktiv, gesund und zufrieden bleiben. Viel Lebensqualität bescheinigt jetzt auch der „Grüne Haken“.

Unna

, 24.07.2018, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Hier kann man allerhand Unsinn machen“, sagt Irmgard Fromme. Die 97-Jährige gehört zu den ältesten Bewohnern des St. Bonifatius Wohn- und Pflegeheims. Und die Seniorin mit den fröhlich strahlenden Augen gehört auch zu den aktivsten. Man müsse sich schon immer wieder aufraffen, um Dinge zu unternehmen, sagt sie, aber im Boni-Heim fällt das auch nicht schwer. Dass das große Seniorenheim an der Mozartstraße sich vorbildlich um seine Wohlfühlqualitäten bemüht, bescheinigt jetzt ein Zertifikat der gemeinnützigen Heimverzeichnis GmbH: Der „Grüne Haken“. Ein Prüfer des Unternehmens begutachtete verschiedene Dinge, die alle mit Lebensqualität zu tun haben, etwa das Mittagessen, den Zustand der Zimmer, aber auch respektvollen Umgang, die Achtung der Privatsphäre und die Selbstbestimmung. „Wir können nicht alles ermöglichen, aber mit ein wenig Kreativität ist vieles möglich“, sagt Burkhard Keseberg, der Einrichtungsleiter.

Angebote vielfältig und freiwillig

Was die Senioren gerne hätten, das berichtet der Leitung regelmäßig der Bewohnerbeirat. Dieses Gremium, zu dem Irmgard Fromme neben drei weiteren Senioren und einem Angehörigenvertreter gehört, war auch bei der Zertifizierung eine wichtige Informationsquelle. Der Beirat berichtet von einer Angebotsvielfalt, die manch Außenstehender sicher nicht für möglich hält. Zu dem, was Irmgard Fromme liebevoll „Unsinn“ nennt, gehören beispielsweise Rehasport, eine Kreativwerkstatt mit Basteleien je nach Jahreszeit, ein Klönabend und ein Lesekreis mit Krimis. Teils mit eigenem Personal oder externen Fachkräften, teils mit einem Kreis von 40 Ehrenamtlichen ermöglicht das Heim seinen Bewohnern auch Ballspiele, Spaziergänge in die Nachbarschaft oder die Innenstadt, sogar Ausflüge in umliegende Städte. Beim Singen gebe es immer viel zu Lachen, sagt Irmgard Fromme, ebenso beim Kontakt mit Therapiehund Bingo. Menschen, die wenig Lust auf Aktivität haben, werden vom Personal oder von Mitbewohnern immer wieder motiviert. Wichtig auch: Freiwilligkeit. Wer mal einen schweren Tag hat, der wird in Ruhe gelassen. Dann gibt es vielleicht nur mal das Angebot für ein Gespräch, auf Wunsch auch mit Seelsorgern egal welcher Konfession.

Hilfreich bei der Eingewöhnung

So fühlt sich auch Elisabeth Hahn inzwischen sehr wohl im Boni-Heim. Die fast 91-Jährige lebt seit dreieinhalb Jahren dort und hatte anfangs Schwierigkeiten, Anschluss zu finden. Die meisten Bewohner stammen aus dem Raum Unna, sie selbst aber nicht. Inzwischen bereut Hahn es nicht mehr, sich für das Boni-Heim entschieden zu haben. Vielmehr ist sie Teil des aktiven Heimlebens geworden. Vor Kurzem erst hat sie die Bingo-Runde wiederbelebt, um die sich so recht keiner mehr kümmern wollte. Und wie Irmgard Fromme wirkt sie im Bewohnerbeirat mit. So bekommt jetzt auch die Modenschau neuen Schwung. Ein Unternehmen besuchte das Heim und bot den Bewohnern Kleidung an. Aber die Ware gefiel vielen nicht. „Und zu teuer waren die Sachen auch“, sagt Elisabeth Hahn. Einmal im Beirat angesprochen, und schon ist die Firma Geschichte. Jetzt kommt eine neue.

Das St. Bonifatius Wohn- und Pflegeheim gehört zum Katholischen Hospitalverbund Hellweg. Es ist das älteste Seniorenheim in Unna und zählt mit 98 Plätzen auch zu den größten. Darin enthalten sind zehn Kurzzeitpflegeplätze. Zum Haus gehören auch weitere neun Wohnungen, in denen Senioren noch weitgehend selbstständig leben.
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