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Vier deutsche Filme sind bei der 68. Berlinale im Rennen.

Filmfestspiele ab 15. Februar

Am 15. Februar wird die 68. Berlinale eröffnet. Festivaldirektor Dieter Kosslick und sein Team präsentieren auf der Pressekonferenz in Berlin ein Programm mit starker deutscher Präsenz.

Berlin

von Patrick Wildermann

, 06.02.2018 / Lesedauer: 4 min
Vier deutsche Filme sind bei der 68. Berlinale im Rennen.

Berlinale-Direktor Dieter Kosslick hat am Montag das Programm der 68. Filmfestspiele in Berlin vorgestellt.Foto: dpa

Eines steht schon im Vorfeld der Berlinale fest: Die „#MeToo“-Debatte um Missbrauch in der Kinobranche wird auch am wichtigsten deutschen Filmfestival nicht spurlos vorübergehen. Eine Vielzahl an Diskussionen und Initiativen kündigt Direktor Dieter Kosslick an.


Frauen in Stöckelschuhen und Männer in High Heels


Die werden,das macht die Pressekonferenz der 68. Filmfestspiele deutlich, bis in die entlegensten Winkel der Feierlichkeit vordringen. Zum Beispiel zur Frage, ob Frauen im grimmigen Berliner Februar in knappen Kleidern und Stöckelschuhen über den roten Teppich laufen müssen. „Ich werde keine Frau in flachen Schuhen zurückweisen und keinen Mann in High Heels“, versichert Kosslick. Na dann.


Die 68. Berlinale ist die vorletzte, die der Festivalchef zu verantworten hat. Es gab und gibt ja Querelen um seine ungeklärte Nachfolge, etliche prominente Regisseurinnen und Regisseure haben ein transparentes Auswahlverfahren angemahnt. Mittlerweile wurde eine Findungskommission eingesetzt.


Romy Schneider im Interview


Kosslick, das merkt man ihm auf dem Podium im Haus der Bundespressekonferenz deutlich an, möchte lieber über sein Programm reden. Obschon das nicht eben vor Überraschungen strotzt. Wer zum Beispiel bis zuletzt gehofft hatte, dass Star-Regisseur Terrence Malick sein Weltkriegs-Drama „Radegund“ präsentieren würde – mit viel deutscher Prominenz in Babelsberg gedreht – sieht sich enttäuscht.

Immerhin, vier deutsche Beiträge haben es in den Wettbewerb geschafft: Christian Petzolds Flüchtlingsdrama „Transit“. Thomas Stubers philosophisches Märchen „In den Gängen“. Philip Grönings Zwillingsgeschichte „Mein Bruder heißt Robert und ist ein Idiot“. Und schließlich – sehr vielversprechend – Emily Atefs Spielfilm „3 Tage in Quiberon“. Der erzählt von einem außergewöhnlichen Interview, das Romy Schneider (verkörpert von Marie Bäumer) 1981 in der Bretagne dem „Stern“ gegeben hat.


Neue Filme von alten Bekannten


Dazu kommen neue Filme von alten Berlinale-Bekannten wie Gus Van Sant, Steven Soderbergh, Benoit Jacquot oder Wes Anderson, der den Wettbewerb mit seiner Animation „Isle of Dogs“ eröffnet – und zum Auftakt eine Reihe seiner prominenten Synchronsprecher mitbringt, darunter Bryan Cranston („Breaking Bad“), Bill Murray und Tilda Swinton. Bleibt bloß noch abzuwarten, wer von ihnen High Heels trägt.

Diese Filme gehen ins Rennen um den Goldenen Bären:


„3 Tage in Quiberon“ von Emily Atef (Deutschland/Österreich/ Frankreich), mit Marie Bäumer, Birgit Minichmayr, Charly Hübner, Robert Gwisdek und Denis Lavant


„In Zeiten des Teufels“ („Ang Panahon ng Halimaw“) von Lav Diaz (Philippinen), mit Piolo Pascual, Shaina Magdayao, Pinky Amador und Bituin Escalante


„Damsel“ von David und Nathan Zellner (USA), mit Robert Pattinson, Mia Wasikowska, David Zellner, Nathan Zellner, Robert Forster und Joe Billingiere


„Don’t Worry, He Won’t Get Far on Foot“ von Gus Van Sant (USA), mit Joaquin Phoenix, Jonah Hill, Rooney Mara, Jack Black und Udo Kier


„Dovlatov“ von Alexey German Jr. (Russische Föderation/Polen/Serbien), mit Milan Maric, Danila Kozlovsky, Helena Sujecka, Artur Beschastny und Elena Lyadova


„Eva“ von Benoit Jacquot (Frankreich/Belgien), mit Isabelle Huppert, Gaspard Ulliel, Julia Roy und Richard Berry


„Meine Tochter“ („Figlia mia“) von Laura Bispuri (Italien/Deutschland/Schweiz), mit Valeria Golino, Alba Rohrwacher, Sara Casu und Udo Kier


„Die Erbinnen“ („Las herederas“) von Marcelo Martinessi (Paraguay/Deutschland/u.a.), mit Ana Brun, Margarita Irún und Ana Ivanova, Debütfilm


„In den Gängen“ von Thomas Stuber (Deutschland), mit Franz Rogowski, Sandra Hüller und Peter Kurth


„Isle of Dogs“ (Isle of Dogs - Ataris Reise) von Wes Anderson (Großbritannien/Deutschland), Animationsfilm


„Schwein“ („Khook“) von Mani Haghighi (Iran), mit Hasan Majuni, Leila Hatami, Leili Rashidi, Parinaz Izadyar und Ali Bagheri


„Mein Bruder heißt Robert und ist ein Idiot“ von Philip Gröning (Deutschland/Frankreich/Schweiz), mit Josef Mattes, Julia Zange, Urs Jucker, Stefan Konarske und Zita Aretz


„Museo“ (Museum) von Alonso Ruizpalacios (Mexiko), mit Gael García Bernal, Leonardo Ortizgris, Alfredo Castro, Simon Russell Beale und Bernardo Velasco


„Das Gebet“ („La prière“) von Cédric Kahn (Frankreich), mit Anthony Bajon, Damien Chapelle, Alex Brendemühl, Louise Grinberg und Hanna Schygulla


„The Real Estate“ („Toppen av ingenting“) von Måns Månsson und Axel Petersén (Schweden/Großbritannien), mit Léonore Ekstrand, Christer Levin, Christian Saldert u.a.


„Touch Me Not“ von Adina Pintilie (Rumänien/Deutschland/u.a.), mit Laura Benson, Tómas Lemarquis, Christian Bayerlein, Grit Uhlemann und Hanna Hofmann, Debütfilm


„Transit“ von Christian Petzold (Deutschland/Frankreich), mit Franz Rogowski, Paula Beer, Godehard Giese, Lilien Batman, Maryam Zaree, Barbara Auer und Matthias Brandt


„Mug“ („Twarz“) von Malgorzata Szumowska (Polen), mit Mateusz Kosciukiewicz, Agnieszka Podsiadlik und Malgorzata Gorol


„Utøya 22. Juli“ von Erik Poppe (Norwegen) mit Andrea Berntzen, Aleksander Holmen, Brede Fristad und Elli Rhiannon Müller Osbourne


Außer Konkurrenz laufen diese Filme:


„7 Days in Entebbe“ von José Padilha (USA/Großbritannien), mit Rosamund Pike, Daniel Brühl und Eddie Marsan


„Ága“ von Milko Lazarov (Bulgarien/Deutschland/Frankreich), mit Mikhail Aprosimov, Feodosia Ivanova und Galina Tikhonova


„Black 47“ von Lance Daly (Irland/Luxemburg), mit Hugo Weaving, James Frecheville, Stephen Rea und Freddie Fox


„Eldorado“ von Markus Imhoof (Schweiz/Deutschland) - Dokumentarfilm


„Unsane“ (Unsane - Ausgeliefert) von Steven Soderbergh (USA), mit Claire Foy, Joshua Leonard, Jay Pharoah, Juno Temple, Aimee Mullins und Amy Irving

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