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Voller Einsatz für das Ehrenamt

Gerd Wendzinski zieht sich zurück

Offiziell im Ruhestand ist Gerd Wendzinski schon seit einigen Jahren. Doch bis vor wenigen Tagen war der 82-Jährige auch noch im Verein engagiert. Jetzt hat er sein letztes von einst vielen Ehrenämtern abgegeben.

NETTE

, 06.10.2017
Voller Einsatz für das Ehrenamt

Gerd Wendzinski bei einem Termin im Rahmer Wald anno 2013. Damals war er schon Geschäftsführer der Dortmunder Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Diesen Posten gab er vor einigen Tagen ab.

Die vollen Bücherregale im Wohnzimmer lassen einen schon vermuten, dass Gerd Wendzinski nicht langweilig wird. Er hat schon immer viel gelesen und wird in Zukunft noch mehr Zeit dafür investieren können, sich in Sachen Politik, Geschichte, Religion und Weltgeschehen weiterzubilden. „Ich brauche immer Papier in den Händen“, sagt er. Das Plus an Zeit hat ihm ein Verzicht an anderer Stelle eingebracht. Gerd Wendzinski verzichtet ab sofort auf seine Ehrenämter.

Engagement für den Wald

Bei der jüngsten Jahreshauptversammlung der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald hat er seinen Posten als Geschäftsführer der Dortmunder Gruppe abgegeben. Diesen Posten hatte er seit 2007 inne. Von 1989 bis 2007 war er Stadtvorsitzender. Von 1991 bis 2005 Landesvorsitzender. Und von 1994 bis 2005 saß er im Bundesvorstand. Viele Zahlen und Jahre, die zeigen, dass Wendzinski sich engagiert hat. „Jetzt ist Feierabend“, hat er bei seiner letzten Jahreshauptversammlung gesagt. „Ich habe alles abgewickelt und mich dabei ganz normal gefühlt.“

Ungefähr zwölf Ehrenämter habe er im Laufe der Jahre innegehabt, so ganz genau könne er das nicht mehr sagen. Vielleicht hat diese unüberschaubare Zahl an freiwilligen Ämtern mit seinem Leben als Politiker zu tun, in dem er vielen Menschen begegnet ist und viele Vereine besucht hat. Seit dem 1. Januar 1955 liegt das rote Parteibuch der SPD in der Schublade, Ortsverein Nette. Als er 1964 von seinem Studium aus Iserlohn, wo der gelernte Elektriker Physik und Ingenieurwissenschaft erlernt hat, nach Dortmund zurückgekehrt war, wurde er von seinen Parteigenossen gefragt:

„Hast du dein Studium geschafft?“ „Ja.“ „Gut?“ „Ja. Wieso?“ „Dann wirst du jetzt Ratsvertreter.“

Das blieb Gerd Wendzinski auch einige Zeit, ab 1970 saß er dann im Düsseldorfer Landtag. Dort vertrat er bis 1995 die Dortmunder Interessen, war zudem Geschäftsführer und stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Nebenbei gehörte er auch bundespolitischen Gremien in Bonn und Berlin an. „Wichtig sind Netzwerke, man muss gut mit den Menschen umgehen“, sagt Wendzinski, wenn er auf die vergangenen sechs Jahrzehnte blickt.

Deutlich schwieriger abzugeben als zu bekommen

Nach seiner Zeit in der großen Politik hat er sich dann auf die Ehrenämter konzentriert, von denen es so einige gab. Bei den Ehrenämtern, sagt Wendzinski, sei es deutlich schwieriger sie abzugeben als sie zu kriegen. Gekriegt hat er die ersten schon in den 60er-Jahren, quasi als Erbe eines Politik-Kollegen.

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald jedenfalls wird er nicht ganz aus den Augen verlieren, auch wenn er kein Amt mehr ausübt. Zu viel Herzblut steckt allein in der Arbeit der Vergangenheit und in der Obstbaumwiese an der Altmengeder Straße, die Wendzinski mit aufgebaut hat. „Für Funktionen stehe ich zwar nicht mehr zur Verfügung. Aber wenn bei der praktischen Arbeit Hilfe gebraucht wird und ich das mit meinen Knochen noch schaffe, dann tue ich das auch.“

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