Voller Körpereinsatz beim Masala-Festival

Zahlreiche Künstler

Ein Butho-Tänzer wirft sich mit aller Gewalt gegen einen Schrank. Eine Frau in Burka schreibt Koran-Verse an ein Fenster. Ein Mann im Anzug wäscht fein säuberlich Geldstücke und Scheine. Das Freie Kunst Territorium war am Wochenende, 27. bis 29. September, Ort für Entdeckungen zwischen Kunst, Musik und Performance.

BOCHUM

von Von Max Florian Kühlem

, 30.09.2013, 15:28 Uhr / Lesedauer: 1 min
Voller Körpereinsatz beim Masala-Festival

Wer genug hatte vom Seelebaumelnlassen, fand in den Ateliers der Bochumer Künstler spannende, auch politische Performances: Hart, aufwühlend und packend war das Stück des Butho-Tänzers Harald Schulte, der weiß geschminkt und in einem engen roten Samtkleid mit den Gegenständen des Raumes arbeitete. Auf dem Höhepunkt warf er seinen Körper immer wieder mit voller Wucht gegen einen mit Kabeln gefüllten Serverschrank, am Ende wiegte er sich im Tanz mit einer Plastikplane. Großer Applaus für eine beeindruckende Arbeit, die über die Position des Körpers im Raum, den Umgang mit der vorgefunden Umwelt nachdenken ließ. Eine Arbeit, die in ihrer Einfachheit beeindruckte, fand sich im Ausstellungsraum im Keller: Das norwegische Künsterduo Eidsvag und Nerhus schafft seine Kunst in der Abwesenheit, es sandte nur Anleitungen für kleinformatige Bilder, die monochrom die Farben der Umgebung aufnahmen, und eine stille Videoinstallation.

In ihrer Einfachheit äußerst wirkungsvoll war auch die Arbeit von Günfer Cölgecen vom Kollektiv Freie Radikale. Sie beschäftigte sich, in Burka gekleidet, mit verschiedenen Koran-Auslegungen: In einer wird der Mann aufgefordert, seine Frau zu schlagen, in der anderen soll er sich mit ihr beratschlagen. Am Ende dankte sie den Veranstaltern für den Mut, sie einzuladen.