Von außen die Erde betrachten: So funktioniert's

Gasometer Oberhausen

Die Ausstellung "Wunder der Natur" im Oberhausener Gasometer ist schon jetzt ein Riesenerfolg und in den Ferien sicher ein besonderer Besuchermagnet. Die Schau feiert das Leben, die Intelligenz und die Vielfalt der Tiere und Pflanzen. Höhepunkt der Schau ist eine 20 Meter große Erdkugel im Luftraum des Gasometers. Sie soll dem Betrachter einen Perspektivwechsel ermöglichen. Aber wie funktioniert das?

OBERHAUSEN

, 22.06.2016, 17:51 Uhr / Lesedauer: 2 min
Von außen die Erde betrachten: So funktioniert's

Nils Sparwasser vom DLR hat mit seinem Team die Daten für die schwebende Erde ausgewertet.

Die Besucher dürfen sich wie Astronauten fühlen: Einen Schritt zurücktreten, ihren Planeten von außen betrachten und erleben wie sich Tag und Nacht abwechseln und wie die Jahreszeiten vergehen.

Und weil das nicht genug ist, verstärkt die Dunkelheit - der Gasometer ist nur noch im Hintergrund zu erahnen - das Gefühl der im Raum schwebenden Kugel.

Zehn Datenquellen

Und um genau diesen Effekt zu erzielen, ist viel Technik nötig. Zehn verschiedene Datenquellen aus Satelliten hat das Team um Nils Sparwasser vom "Earth Observation Center" des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) ausgewertet und zu einer Animation kombiniert. Wasserdampf, Wolken, Nachtlichter, Topografie, die wolkenfreie Erde bei Tag - all das zeigen die Bilder.

Die Animation hat auf der Erdkugel eine Auflösung von 58 Millionen Pixeln. Das ist das Siebenfache eines digitalen Kinos. Zwölf Projektoren übermitteln die Bilder auf den Ballon im Gasometer und machen aus ihm so die schwebende Erdkugel im Raum.

115 Tage haben die Computer gerechnet

Die Daten stammen aus amerikanischen und europäischen Quellen. "Die Erdbeobachtung ist international ausgelegt, weil der Aufwand sonst sehr hoch wäre", erklärt Nils Sparwasser. 115 Tage lang haben die Computer gerechnet, 1,5 Millionen Bilder sind dabei entstanden.

Gut die Hälfte ist nun auf der Riesen-Erde zu sehen. Die Erdbeobachtung sei ein großartiges Instrument, um zu sehen, wie die Menschen mit ihrer Erde umgehen, erklärt der Erd-Experte. So bekäme man ein Gefühl dafür, dass man auf einem Planeten mit begrenztem Raum und begrenzten Ressourcen lebt. "Mit denen sollte man h

aushalten, und das tun wir im Moment nicht besonders gut."

Auf Ressourcen achten

Als Beispiel nennt Sparwasser die Rodung der Wälder. "Wir haben davon profitiert, dass wir unseren Wald in den Ofen geschoben und Erz erzeugt haben, jetzt werfen wir anderen Ländern vor, dass sie Ähnliches tun".

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Im Oberhausener Gasometer schwebt eine 20 Meter große Erde

Die neue Ausstellung "Wunder der Natur" im Oberhausener Gasometer zeigt vom 11. März bis 30. Dezember die Schönheit und Genialität der Natur. Höhepunkt der Schau ist eine 20 Meter große Erdkugel im Luftraum des Gasometers.
10.03.2016
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Eine Besucherin fotografiert den Panoramablick auf die Erdkugel im Gasometer in Oberhausen in der Ausstellung "Wunder der Natur".© Foto: dpa
Die "Wunder der Natur" gibt es vom 11. März bis 30. Dezember im Gasometer in Oberhausen zu sehen. Die Ausstellung beschäftigt sich mit der Schönheit und Genialität der Natur.© Foto: Oskar Neubauer
Höhepunkt der Ausstellung im 100 Meter hohen Luftraum des Gasometers ist eine monumentale Skulptur der Erde.© Foto: Oskar Neubauer
Der Durchmesser der Erde beträgt 20 Meter und es werden darauf hochaufgelöste bewegte Satellitenbilder projiziert.© Foto: Oskar Neubauer
Großformatige Fotografien führen in die Welt der Tiere und Pflanzen. Die Ausstellung zeigt die ungewöhnlichen sinnlichen Fähigkeiten der Tiere, ihre genialen Strategien im Kampf ums Dasein, die Vielfalt ihrer sexuellen Rituale und den Reichtum ihrer sozialen Beziehungen.© Foto: Oskar Neubauer
Die Verantwortlichen versprechen den "Overview-Effekt", das Gefühl, das Astronauten empfingen, wenn sie zum ersten Mal die Erde vom Weltall aus sehen.© Foto: Oskar Neubauer
Die Bilder bedeutender Naturfotografen und Filmemacher führen in die Lebenswelten der Tiefsee, der Korallenriffe, der Wüsten, der tropischen Regenwälder und der Wälder gemäßigter Zonen.© Foto: Oskar Neubauer
Das Bild "Weißkopfseeadler" von Klaus Nigge ist im Gasometer in Oberhausen in der Ausstellung "Wunder der Natur" zu sehen.© Foto: dpa
Das Bild "Nordlicht über der Taiga" von Olivier Grunewald ist ebenfalls im Gasometer zu sehen.© Foto: dpa
Eine Besucherin fotografiert in der Ausstellung "Wunder der Natur" das Bild "Das Vier-Augen-Prinzip" von Solvin Zanki.© Foto: dpa
Zu den namhaften internationalen Fotografen, die in der Ausstellung vertreten sind, zählen Ingo Arndt, James Balog, Bence Máté, Jürgen Freund, Axel Hyde, Rob Kesseler, Manfred Karge, Heidi und Hans-Jürgen Koch oder auch David Maitland. Das abgebildete Chameleon fotografierten Heidi und Hans-Jürgen Koch.© Foto: Oskar Neubauer
"Die Besucher entdecken die Genialität der biologischen Systeme im Großen wie im Kleinen und lernen, wie sich die Formen des Lebens ständig verändern, sich überlisten und auch mit anderen verbünden", sagt Kurator Peter Pachnicke.© Foto: Oskar Neubauer
Bei der Pressekonferenz stellten die Verantwortlichen am Donnerstag die neue Schau im Gasometer vor.© Foto: Oskar Neubauer
Das Bild "Der Kuss" von Tim Flach ist im Gasometer in Oberhausen in der Ausstellung "Wunder der Natur" zu sehen.© Foto: dpa
Der Film "Ein Kind entsteht" von Lennart Nilsson wird im Gasometer in Oberhausen in der Ausstellung "Wunder der Natur" gezeigt.© Foto: dpa
Ein Fassadenkletterer kontrolliert am Gasometer das riesige Werbeplakat der Ausstellung «Wunder der Natur».© Foto: dpa
Eine Besucherin fotografiert im Gasometer in Oberhausen (Nordrhein-Westfalen) in der Ausstellung "Wunder der Natur" das Bild "Die wundersame Reise der Monarchfalter" von Axel Gomille.© Foto: dpa
Das Bild "Schimpansenhände" von Tim Flach ist im Gasometer in Oberhausen in der Ausstellung "Wunder der Natur" zu sehen.© Foto: dpa
Die Bilder "Geheimes Leben in der Tiefsee" (v.l.), "Lichte Schatten" und "Inspiration für ein Alien-Monster" von Solvin Zankl sind im Gasometer in Oberhausen in der Ausstellung "Wunder der Natur" zu sehen.© Foto: dpa
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Die Erdbeobachtung sei ein Mittel, um Ressourcen - in diesem Beispiel Wäldern - einen Wert zu geben. Sparwasser: "Man tritt einen Schritt zurück - wie ein Künstler von seinem Bild - und betrachtet die Erde von außen und bekommt einen Blick für die globalen Zusammenhänge."

: "Wunder der Natur", bis 30.12., Di-So 10-18 Uhr.