Vor dem Studium steht die Auswahl

WITTEN „Vielseitigkeit fasziniert!“ Petra Stammnitz weiß, wovon sie spricht. Sie ist „die“ Ansprechpartnerin und Beraterin für alle Newcomer bei den Human-Medizinern an der Universität Witten/Herdecke (UWH). Von der Bewerbung bis zur Immatrikulation. Auf ihrem Schreibtisch laufen alle Bewerbungen zusammen.

von Von Barbara Zabka

, 11.06.2008, 11:44 Uhr / Lesedauer: 2 min
Petra Stammnitz (r.) bei der Ausgabe der Bewerbungsunterlagen zum Medizin-Studium. Rund 600 Mal im Jahr erledigt sie diesen Handgriff.

Petra Stammnitz (r.) bei der Ausgabe der Bewerbungsunterlagen zum Medizin-Studium. Rund 600 Mal im Jahr erledigt sie diesen Handgriff.

Etwa sechshundert pro Studienjahr.„Der ausführliche Lebenslauf ist der wichtigste Bestandteil der Bewerbung“; betont Petra Stammnitz im Aufnahme-Sekretariat Medizin.

 Lebenslauf als Spiegelbild der Persönlichkeit

„Dieser Lebenslauf ist ein einzigartiges Spiegelbild. Er sollte den individuellen Lebensweg, persönliche Erfahrungen und zukünftige Ziele treffend charakterisieren. Der Berufswunsch `Arzt`, sollte klar definiert und in der Vita schlüssig und überzeugend begründet sein!“

Zweimal jährlich können jetzt 42 junge Menschen ein Medizin-Studium an der UWH beginnen. „Die Studierenden-Zahl von 2x42 ist vorerst festgeschrieben. Nicht mehr und nicht weniger. Die Qualität der Lehre ist somit gesichert“, erläutert die Beraterin.

Neben individuellen Qualikationen werden die Allgemeine Hochschulreife oder ein äquivalenter Abschluß erwartet. Das gilt auch für Bewerber aus dem Ausland. Ein sechsmonatiges Praktikum im Bereich der Krankenpflege sind Voraussetzung. Eine abgeschlossene Ausbildung macht es leichter.

Problem-Orientiertes-Lernen 

„Unser Studiengang ist ausgesprochen praxisorientiert. Das Problem-Orientierte-Lernen (POL) soll vorbereiten - auf ein lebenslanges, selbständiges Lernen. POL ist didaktisches Konzept und steht im Gegensatz zum Reproduzieren von frontal vermittelten Expertenwissen,“ erläutert Petra Stammnitz.

So ist das Auswahlverfahren sehr wichtig. Nach Sichtung aller Bewerbungen werden jeweils 48 „Zukünftige“ an drei Wochenenden zum Auswahlseminar eingeladen. Irgendwo in einem einfachen Ferienheim - ohne Luxus und Medienkomfort.Zum Auswahlgremium gehören die „Interviewer.“ Sie sind mit der Ausbildung der zukünftigen Mediziner betraut. Sie wissen, worauf es ankommt.

Bewerber sind keine Traumtänzer

Jeder Bewerber muss einen zehnminütigen freien Vortag halten - zu einem x-beliebigen Thema - allgemein verständlich, diskutierfähig für alle. „Bauchtanz, Geigensymphonien, Sterbehilfe - waren Themen,“ erinnert sich Petra Stamnitz.Bei diesen Treffen entsteht schnell eine enge Gemeinschaft. „Manchmal denkt man, die jungen Menschen kennen sich schon ewig“, erinnert sich Petra Stammnitz. „Keine Traumtänzer, sondern junge Leute, die wissen, was sie wollen“, bilanziert die „nette Dame“ aus dem Aufnahme-Sekretariat.

Jeder Studierende der Medizin kennt sie übrigens.Die aktuelle Bewerbungsfrist für das Sommersemester 2009 endet am kommenden 15. Juli. Studienanfänger für das nächste Wintersemester können sich bis zum 15.Februar 2009 Zeit lassen. Ende November 2008 werden die „Bescheide“ rausgeschickt. „Jeder kann sich zweimal bei uns bewerben. Es gibt keine Wartelisten. Es gibt nur ja oder nein!“ Grundsätzlich soll auch zukünftig jeder Bewerber die Chance haben, in Witten zu studieren.

Unabhängig vom sozialen Umwelt oder dem finanziellen Polster. Die neuen Studiengebühren sind an der gesamten Uni ein großes Gesprächsthema. Eine Lösung muss, will und wird man gemeinsam finden.