Vorerst keine Helmpflicht für Radfahrer

Urteil des Bundesgerichtshofs

Wird die Helmpflicht für Fahrradfahrer indirekt eingeführt? Tragen Radfahrer, die unverschuldet in einen Verkehrsunfall verwickelt werden eine Mitschuld, wenn sie keinen Helm tragen? Nein, sagt der Bundesgerichtshof und gab einer Radfahrerin aus Schleswig-Holstein recht.

KARLSRUHE

17.06.2014, 12:38 Uhr / Lesedauer: 1 min
Erhält den vollen Schadenersatz, obwohl sie ohne Helm auf dem Rad unterwegs war. Die 61-jährige Physiotherapeutin Sabine Lühr-Tanck  war vor drei Jahren schwer mit dem Rad gestürzt, weil eine Autofahrerin sich falsch verhielt.

Erhält den vollen Schadenersatz, obwohl sie ohne Helm auf dem Rad unterwegs war. Die 61-jährige Physiotherapeutin Sabine Lühr-Tanck war vor drei Jahren schwer mit dem Rad gestürzt, weil eine Autofahrerin sich falsch verhielt.

Die Richter gaben einer Radfahrerin aus Schleswig-Holstein recht, die 2011 auf dem Weg zur Arbeit schwer am Kopf verletzt worden war. Eine Autofahrerin hatte am Straßenrand geparkt und vor der sich nähernden Radfahrerin die Tür geöffnet. Von der Autofahrerin und deren Versicherung verlangt die verunglückte Radfahrerin Schadenersatz.

Das Oberlandesgericht Schleswig hatte der Physiotherapeutin im Jahr 2013 eine 20-prozentige Mitschuld angelastet, weil sie keinen Schutzhelm getragen hatte. Dementsprechend weniger Schadenersatz sollte sie erhalten. Dieses Urteil hob der BGH nun auf. Es muss nicht von neuem verhandelt werden.

Der Fahrradfahrer-Verband ADFC hatte noch kurz vor der BGH-Entscheidung eine Diskussion darüber gefordert, wie Radfahren in Deutschland allgemein sicherer gemacht werden könne. Eine Helmpflicht lehnt der Verband ab. „Dass man mit dem Kopf aufs Pflaster knallt, verhindert auch kein Helm“, sagte ADFC-Geschäftsführer Burkhard Stork einem Radiosender.