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Vorsteher geht, Bürgermeister kommt

IM WESTEN Was ist ein Bezirksvorsteher? Seiner Aufgabe nach eine Art Bürgermeister im Stadtbezirk.Und wenn der Rat der Stadt am 13.Dezember zustimmt, dann heißen die Bezirksvorsteher im Westen Bruno Wisbar (Mengede), Harald Hudy (Huckarde) und Heiko Brankamp (Lütgendortmund) bald "Bezirksbürgermeister".

von Von Irene Steiner

, 29.11.2007

Die Aufgaben bleiben die gleichen, dennoch kann Harald Hudy der neuen Bezeichnung etwas abgewinnen: "Der Titel Bezirksvorsteher ist etwas unglücklich, mit Bezirksbürgermeister können die Leute mehr anfangen", hofft Hudy auf mehr Transparenz für seine Tätigkeit. Eine Einstellung, die Heiko Brankamp teilt: "Der Titel Bezirksbürgermeister ist einfach selbst erklärend." Und für Bruno Wisbar hofft bei dem neuen Titel auf weniger Erklärungsbedarf: "Bezirksvorsteher hört sich für viele nach Versicherung an."

Kritik

Doch die Initiative stößt auch auf Kritik. Klaus Murawski, Sprecher der CDU-Bezirksfraktion Lütgendortmund: "Der Titel ist unerheblich, wichtig ist die Arbeit, die geleistet wird. Wenn alles gemacht ist, dann können wir uns auch um so etwas kümmern." Herbert Paschke, Sprecher der CDU in der Bezirksvertretung Mengede, sieht dagegen in dem neuen Titel sogar eine Aufwertung der Stadtbezirke: "Im Stadtbezirk Mengede leben 40 000 Menschen. In Waltrop gibt es für 26 000 Einwohner einen Bürgermeister. Ich finde, der Titel ist dem Amt angemessen." Für Peter Krause, Sprecher der CDU in der BV Huckarde, wird dagegen eigentlich nur "ein Wort getauscht."

Günter Lentner, Bezirksverwaltungsstellenleiter in Lütgendortmund, formuliert es so: "Mit dem Begriff Bezirksbürgermeister trifft man einfach mehr den Geschmack der Bürger." Frank Führer, als Verwaltungsstellenleiter in Huckarde, spinnt die Idee sogar noch weiter: "Eigentlich müsse man also die Bezirksvertretung in Bezirksrat umbenennen." Und Michael Konrad, der Mengeder Verwaltungsstellenleiter, geht noch weiter: "Der Begriff Bezirkverwaltungsstelle ist noch viel sperriger als ,Bezirksvorsteher'."

Amüsiert

Die Gewerbetreibenden schauen eher amüsiert auf die politische Diskussion: "Der Titel Bürgermeister hört sich irgendwie wertvoller an", schmunzelt Uli Schäfer vom Mengeder Gewerbeverein. Heidrun Rennert (Gewerbeverein Huckarde) fasst ihre Meinung so zusammen: "Ich sehe da keinen Sinn drin. Wichtig ist doch, dass der Mann gut mit der Verwaltung zusammenarbeitet." Oder wie Wilhelm Mohrenstecher ("Aktiv im Ort", Lütgendortmund) es formuliert: "Hauptsache, er macht einen guten Job."

Eine Einstellung, die auch Bürger wie Heinz Meinschäfer oder Arthur Fritzsche teilen: "Ist doch egal, wie der heißt. Hauptsache er kümmert sich."

Und was sagt der "richtige" Bürgermeister Adolf Miksch zur künftigen "Konkurrenz"? "Die Aufgaben ändern sich ja nicht. Meine einzige Sorge ist nur, dass der unpolitische Bürger am Anfang nicht durchblickt. Aber das wird sich schon einspielen."