Vorstellungskraft geht vor Mathematik

Wittener Tage für neue Kammermusik

Die musikalische Avantgarde hat sich zu großen Teilen in einem Teufelskreis der perfekten Professionalisierung verfangen.

WITTEN

28.04.2013, 15:15 Uhr / Lesedauer: 1 min
Dieter Ammann

Dieter Ammann

Komponist Dieter Ammann Als ein solcher wird auch der Schweizer Komponist Dieter Ammann gesehen, den die Wittener Tage für neue Kammermusik einen Schwerpunkt widmeten. Ammanns wilden Jahre lagen in den 80ern. Da spielte er Freefunk in "Donkey Kong´s Multiscream", traf auf Udo Lindenberg und Freejazz-Urgestein Peter Brötzmann. In den 90ern zog es ihn zur Neuen Musik und Komposition. Er studierte bei Wolfgang Rihm und Witold Lutoslawski.Gegner von Crossover Mit 50 Jahren ist er heute Professor für Musiktheorie und Komposition in Luzern. Fragen nach möglichen "Grenzgängen" nerven ihn. "Ich bin ein Gegner von Crossover jeglicher Art", sagte er bei einem Gesprächskonzert im Märkischen Museum, "ich sehe Improvisation und Komposition als unterschiedliche Disziplinen. Und ich versuche, in jeder Disziplin mein Möglichstes zu tun."

Komponist Dieter Ammann Als ein solcher wird auch der Schweizer Komponist Dieter Ammann gesehen, den die Wittener Tage für neue Kammermusik einen Schwerpunkt widmeten. Ammanns wilden Jahre lagen in den 80ern. Da spielte er Freefunk in "Donkey Kong´s Multiscream", traf auf Udo Lindenberg und Freejazz-Urgestein Peter Brötzmann. In den 90ern zog es ihn zur Neuen Musik und Komposition. Er studierte bei Wolfgang Rihm und Witold Lutoslawski.Gegner von Crossover Mit 50 Jahren ist er heute Professor für Musiktheorie und Komposition in Luzern. Fragen nach möglichen "Grenzgängen" nerven ihn. "Ich bin ein Gegner von Crossover jeglicher Art", sagte er bei einem Gesprächskonzert im Märkischen Museum, "ich sehe Improvisation und Komposition als unterschiedliche Disziplinen. Und ich versuche, in jeder Disziplin mein Möglichstes zu tun."

Geprägt hat ihn seine Zeit als Popularmusiker aber. "Musik funktioniert nicht, wenn ich alles permanent hinterfragen muss", sagt er, "ein Teil muss sich dem Hörer immer direkt erschließen."Ein Stück pro Jahr

Nicht zufällig nannte er eines seiner Stücke "Imagination against Numbers" - womit er sagen will: Vorstellungskraft geht vor Mathematik. Das Komponieren nach strengen Systemen hat er lange aufgegeben und strebt nach der "totalen Freiheit" beim Komponieren. Die hat ihren Preis: Ammanns Arbeitstempo als Komponist liegt bei nur etwa einem Stück pro Jahr.