Vorwurf: Professor soll Studenten geschlagen haben

Bildungsstreik

QUERENBURG Der Bildungsstreik an der Ruhr-Universität hat einen faden Beigeschmack erhalten. Ein Professor wird beschuldigt am Dienstag einen Studenten ins Gesicht geschlagen zu haben.

von Von Iris Woitschell

, 18.06.2009, 22:26 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Bildungsstreik an der Ruhr-Universität geht noch bis Samstag.

Der Bildungsstreik an der Ruhr-Universität geht noch bis Samstag.

Das bestätigte gestern der AStA-Vorsitzende Karsten Finke auf Anfrage der Ruhr Nachrichten.

Was war genau passiert? Im Zuge des Bildungsstreiks hatten Protestierende ein Seminar gestürmt, um die Anwesenheitsliste zu entwenden. "Als der Student die Liste in der Hand hielt, hat der Professor ihn herum gerissen und ihm ins Gesicht geschlagen", sagt Karsten Finke. Im Anschluss daran sei es zu einer Rangelei gekommen. Der AStA-Vorsitzende gibt an, sowohl mit dem Betroffenen, als auch mit mehreren Zeugen gesprochen zu haben.

Vorfall abgestritten

Im Gespräch mit dem Geschichtsprofessor habe dieser den Vorfall abgestritten. Laut Karsten Finke hätte er zwar gesagt, es sei falsch gewesen, wegen so einer Lapalie auf den Studenten zuzugehen, geschlagen habe er ihn jedoch nicht. Für Karsten Finke eine glatte Lüge. Der Betroffene habe eine blutende Lippe gehabt und unter den rund 250 anwesenden Studenten seien Zeugen, die den Vorfall gesehen hätten. So wird es auch auf der Internetseite des Protestkomitees (joomla.protestkomitee.de) beschrieben.

Ombutsperson

"Für uns wäre es okay gewesen, wenn er sich einfach entschuldigt hätte, oder gesagt hätte, er habe ein Blackout gehabt", sagt Finke, der keine Hetzkampagne gegen den Professor starten möchte. Dieser sei zu einer Entschuldigung jedoch nicht bereit gewesen - auch nicht nach erneuter Aufforderung in der gestrigen Senatssitzung. Für eine persönliche Stellungnahme war der Professor gestern nicht zu erreichen.

RUB-Pressesprecher Josef König weiß, dass es einen Vorfall gab, wollte sich zu den näheren Umständen jedoch nicht äußern. Er bestätigte aber, dass im nächsten Schritt eine Ombutsperson als Streitschlichter eingeschaltet werden soll. Zudem überlegt der AStA Strafanzeige gegen den Professor zu stellen.