Waffenbesitzer (49) wurde zu gemeinnütziger Arbeit verurteilt

Maschinenpistolen-Mann

In Griffweite eine geladene Maschinenpistole, daneben eine Tüte mit blutigen Schafsköpfen: Ende Februar machten Polizisten bei einer nächtlichen Kontrolle einen Grusel-Fund. Am Dienstag wurde der Waffenbesitzer (49) verurteilt – erste Hinweise auf eine geplante Amoktat ließen sich im Prozess nicht erhärten.

BOCHUM

11.08.2015 / Lesedauer: 2 min

Das Schöffengericht verurteilte den Vater wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz zu einer 22-monatigen Bewährungshaftstrafe plus 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit. Nach fünfeinhalb Monaten U-Haft ließen die Richter den 49-Jährigen außerdem auch wieder auf freien Fuß. Ob und was er damals vor hatte, bleibt wohl für immer sein Geheimnis.

Der Angeklagte präsentierte sich im Prozess gleichgültig, tranig und wortkarg. Er gab praktisch nur das zu, was durch den unheimlichen Zufallsfund ohnehin schon auf der Hand lag – den Besitz von verbotenen Schusswaffen.

Hunderte Patronen und Schalldämpfer im Kofferraum

Es war der 27. Februar, als zwei Zivilpolizisten beschlossen hatten, auf einem Parkplatz in Querenburg den Mann in seinem parkenden Opel Corsa zu überprüfen. Beim Blick ins Innere des Fahrzeugs gerieten die Beamten schnell ordentlich ins Schwitzen. „Auf dem Beifahrersitz lag eine Maschinenpistole, daneben eine Tüte mit Fleisch“, erinnerte sich ein Polizist.

Im Kofferraum stießen sie neben Hunderten Patronen und einem Schalldämpfer auf zwei weitere Schusswaffen. Wie sich herausstellte, waren die Waffen teils schon durchgeladen. „Für mich stand klar im Raum, dass es an diesem Abend hätte Tote geben können“, sagte der Polizist.

Angeklagter plante Suizid

Bei der Festnahme spontan befragt hatte der 49-Jährige damals den Beamten von einem Suizidplan berichtet. Die abgetrennten Schafsköpfe in der Tüte habe er angeblich extra zum Probeschießen angeschafft. Doch war das wirklich die ganze Geschichte?

Bei Befragungen von Verwandten hatte es später auch Hinweise darauf gegeben, dass der schwer bewaffnete Mann angeblich „etwas ganz Wahnsinniges“ mit seiner getrennt von ihm lebenden Frau und Tochter vor hatte. Aufklären ließ sich das im Prozess letztlich nicht. Richter René Bungardt: „Das bleibt alles reines Kopfkino. Wir wissen nicht, was sie vor hatten.“

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