Wahlen in Corona-Zeiten: Einbahnstraßen, Desinfektion und Abstand

Coronavirus

Die Kommunen feilen seit Wochen an den Hygienekonzepten für die Kommunalwahlen im September. Ein besonders ausgeklügeltes System aus dem Kreis Gütersloh dient nun zur Orientierung.

Köln/Gütersloh

16.08.2020, 08:08 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Kommunen feilen seit Wochen an den Hygienekonzepten für die Kommunalwahlen im September.

Die Kommunen feilen seit Wochen an den Hygienekonzepten für die Kommunalwahlen im September. © picture alliance/dpa

Einbahnstraßen, eigene Stifte und natürlich Abstand: Für die Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen am 13. September haben viele Städte und Kreise inzwischen umfangreiche Corona-Hygienekonzepte erarbeitet. Ein besonders ausgeklügeltes System hat sich der Kreis Gütersloh überlegt: Demnach sollen die Wähler in einer Art Kreisverkehr durch das Wahllokal geleitet werden.

„Muster-Hygienekonzept“ kommt aus dem Kreis Gütersloh

Dieses „Muster-Hygienekonzept“ diene als Orientierung für die kreisangehörigen Gemeinden, sagte der stellvertretende Kreiswahlleiter Michael Hellweg. „In der Mitte des Raumes gibt es eine aus Tischen gebaute Insel, in der die drei Wahlhelfer sitzen“, erläuterte Hellweg, der sich das Konzept ausgedacht hat. „Einer von ihnen sitzt hinter einer Plexiglasscheibe und empfängt am „Frontoffice“ den Wähler. Die anderen beiden haben ihre Plätze dahinter, wo sie die Liste abhaken und dem Kollegen am „Frontoffice“ die Stimmzettel herüberreichen.“

Dann machen sich die Wähler auf ihren Rundgang, der sie nacheinander zur Wahlkabine, zur Urne und zum Ausgang leitet. Das NRW-Innenministerium hat den Kommunen für die Wahl umfangreiche Vorgaben und Empfehlungen an die Hand gegeben. So muss der Mindestabstand von 1,50 Metern eingehalten und der Raum regelmäßig gelüftet werden. Außerdem sollen die Wähler möglichst einen eigenen Stift mitbringen, Laufwege sollen markiert und gegebenenfalls Spuckschutzwände errichtet werden.

Wahlhelfer tragen Visiere, Kugelschreiber werden desinfiziert

Viele Details müssen aber die Kommunen selber ausgestalten. Die Stadt Köln zum Beispiel stattet alle Wahlhelfer mit Gesichtsvisieren aus und nutzt als Wahlräume dieses Mal weder Seniorenheime noch Kindertagesstätten. An den Wahlräumen und den Briefwahlzentren soll es ein Einlassmanagement geben, damit sich nicht zu viele Wähler gleichzeitig dort aufhalten.

In Bochum bekommen die Wähler nach Angaben der Stadt mit den Stimmzetteln auch Kugelschreiber ausgehändigt. Bei der Abgabe der Stimmzettel sollen sie die Stifte zurückgeben - sie würden dann desinfiziert, ehe sie erneut ausgegeben werden. Die Stadt Duisburg empfiehlt ihren Wahlhelfern beim Kontakt mit Dokumenten der Wähler - etwa Ausweis oder Wahlbenachrichtigung - das Tragen von Einmalhandschuhen. In Duisburg müssen die Wähler einen Mund-Nasen-Schutz tragen, während dies unter anderem im Kreis Gütersloh lediglich empfohlen wird.

dpa