Waldlehrerin vermittelt Rezeptideen aus Kräutern

Kochkurs

Waldlehrerin Andrea Hirsch kennt die Wirkung der Kräuterpflanzen am Wegesrand genau. Was obendrein geschmacklich in den Kräutern steckt, verriet sie den Teilnehmerinnen ihres Wildkräuter-Kochkurses.

SCHÖNAU

von Von Karim Laouari

, 21.05.2012, 14:49 Uhr / Lesedauer: 2 min
Waldlehrerin Andrea Hirsch präsentiert den mit selbst gesammelten Kräutern zubereiteten Brötchenteig.

Waldlehrerin Andrea Hirsch präsentiert den mit selbst gesammelten Kräutern zubereiteten Brötchenteig.

Der durchschnittliche Spaziergänger nimmt es oft kaum wahr, für den ambitionierten Gärtner ist es der Erzfeind: Unkraut. Dass in Giersch, Brennnessel und Löwenzahn noch viel mehr steckt, weiß Andrea Hirsch. Ihr Wildkräuter-Kochkurs zeigt, wie köstlich Unkraut ist.

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So lecker lassen sich Wildkräuter zubereiten

Ein Wildkräuter-Kochkurs von Waldlehrerin Andrea Hirsch lieferte den Teilnehmern neue Ideen für leckere Rezepte. Doch bevor die Speisen zubereitet wurden, ging es nach draußen: Die Frauen sammelten die wilden Kräuter in der Schönauer Kleingartenanlage.
20.05.2012
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Waldlehrerin Andrea Hirsch und Kursteilnehmerin Claudia Dräger beim Sammeln der Kräuter.© Foto: Karim Laouari
Zubereitung einer Kräuterbowle.© Foto: Karim Laouari
Claudia Dräger beim Zubereiten der selbst gesammelten wilden Kräuter.© Foto: Karim Laouari
Andrea Hirsch und Claudia Dräger beim Kräutersammeln.© Foto: Karim Laouari
Andrea Hirsch und Hilla Niermann.© Foto: Karim Laouari
Waldlehrerin Andrea Hirsch zeigt den Teilnehmern ihres Wildkräuterkochkurses welche Delikatessen unbemerkt am Wegesrand wachsen und was man damit machen kann.© Foto: Karim Laouari
Waldlehrerin Andrea Hirsch zeigt den Teilnehmern ihres Wildkräuterkochkurses, welche Delikatessen unbemerkt am Wegesrand wachsen und was man damit machen kann.© Foto: Karim Laouari
Hilla Niermann half tatkräftig bei der Zubereitung der wilden Kräuter.© Foto: Karim Laouari
Andrea Hirsch zeigt den mit Kräutern gewürzten Brötchenteig.© Foto: Karim Laouari
So werden die Brötchen geformt.© Foto: Karim Laouari
Giersch kam als Spinatersatz auf die Pizza und sorgte für würzigen Geschmack.© Foto: Karim Laouari
Ein Rezept für Giersch-Pesto.© Foto: Karim Laouari
Mahlzeit! So lecker sahen die zubereiteten Kräuter-Speisen aus.© Foto: Karim Laouari
Mahlzeit! So lecker sahen die zubereiteten Kräuter-Speisen aus.© Foto: Karim Laouari
Sieht lecker aus: Waldlehrerin Andrea Hirsch zeigt die fertigen Kräuter-Brötchen.© Foto: Karim Laouari

Giersch. Schon die Erwähnung des Krauts reicht aus, um den meisten Gärtnern den Angstschweiß auf die Stirn zu treiben. Wer den grünen Daumen hat, weiß nämlich: Wo sich Giersch einmal ausgebreitet hat, lässt er sich kaum mehr entfernen. Ein hartnäckiges Kraut, das für das Menü von Andrea Hirsch heute unverzichtbar ist.  Kräutersuppe, selbst gebackene Brötchen, Pizza und Nudeln mit Pesto soll es geben. Ganz ohne Fleisch und ohne viele traditionelle Zutaten. Neben Giersch werden noch andere Wildkräuter verarbeitet. Brennnesseln, Wiesenbärenklau, Gundermann, Bärlauch. Die Liste ist lang und der Weg dahin überraschenderweise kaum weiter als zum Supermarkt um die Ecke.

 Andrea Hirsch ist durch und durch mit der Natur verbunden. Sie ist Waldlehrerin für die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) und bietet auch Wildkräuter-Kochkurse an. „Ein Wissen, das früher jeder hatte, das immer mehr verloren geht“, bedauert Hirsch während sie in den Schönauer Kleingartenanlagen aufmerksam den Wegesrand absucht. Lange dauert es nicht, bis Hirsch und ihre beiden Kursteilnehmerinnen fündig werden. Gundermann wandert in den Korb. „Die Pflanze heißt auch Soldatenpetersilie“, erklärt Hirsch. Im Krieg benutzten Soldaten Gundermann häufig als Gewürz- und Heilpflanze.  Zu jedem Gewächs kann die Waldlehrerin eine kleine Geschichte erzählen. „So merkt man sich die Pflanze und die Wirkung besser“, sagt sie und rupft eine Brennnessel für die Kräutersuppe aus.  

 Nach einer knappen Stunde ist alles im Korb und vor allem der Bärlauch duftet, dass einem das Wasser im Mund zusammenläuft.  Zubereitet werden die Wildkräuter nicht anders als andere Gemüse. Säubern, schneiden und dann entweder als Spinatersatz auf die Pizza (hier überrascht Giersch mit einem unerwartet würzigen Geschmack) oder püriert als Suppe und grüner Farbklecks in den selbst gebackenen Brötchen. Zwischen drei und vier Stunden dauere ein Wildkräuter-Kochkurs normalerweise, sagt Hirsch.  Das Ergebnis ist eine köstliche Abwechslung zu den meisten Alltagskräutern. Wer über sein Unkraut schimpft, sollte es also vielleicht einmal kosten.