Walzerklang und orientalischer Gesang im Saalbau

Thüringer Philharmonie Gotha

Neujahrsschwung brachte die Thüringer Philharmonie Gotha mit dem Neujahrskonzert am Samstag, 4. Januar, in den Saalbau. Hervorgegangen aus der schon 1651 begründeten Hofkapelle und inzwischen mit der 300 Jahre jüngeren Philharmonie aus Suhl fusioniert, glänzte das Orchester mit Präzision und Elan.

WITTEN

, 06.01.2014, 16:55 Uhr / Lesedauer: 1 min
Walzerklang und orientalischer Gesang im Saalbau

Ein mitreißendes Neujahrskonzert gab die Thüringen Philharmonie Gotha unter Leitung von Wolfgang Czeipek im Saalbau. Solistin des Abends war Nathalie de Montmollin. Foto: Martin Schreckenschläger

Eine wunderbar lyrische Kantilene des Solo-Cellos, begleitet von der Harfe, gehörte ebenso zu den großen Momenten wie eine vom Piccolo dominierte und von Janitscharenmusik beeinflusste Passage. Wiegender Ländler-Rhythmus leitete zu Walzer und Operette. Melodien von Lehár, Millöcker, Ziehrer und natürlich immer wieder der Strauß-Söhne reihten sich zu buntem Programm. Sicherlich ein Höhepunkt war der zur Eröffnung des Suez-Kanals komponierte ‚Ägyptische Marsch‘, an dem das Publikum mit einigen rasch einstudierten Takten singend teilhatte.

Der Moderator beklagte sich, dass Lehárs Walzer „Gold und Silber“ kein Ballerfolg war, dafür aber später über den Londoner Verlag zum Kassenschlager wurde. Doch hört man dieses Werk, fällt auf, dass die ersten 24 Takte nicht tanzbar sind, zwei weitere langatmige Tanzpausen erzwungen werden. Das kann man im Konzertsaal gut anhören. Ballbesucher irritiert das eher. Montmollins Auftritte standen im Zeichen der Operette. Arien aus dem „Zarewitsch“, der „Dubarry“ oder Lehárs vielverheißendes „Meine Lippen, die Küssen so heiß“ aus Giuditta und das romantisch verklärte Lied „Du sollst der Kaiser meiner Seele sein“ von Robert Stolz begeisterten, auch wenn das Orchester ihr „Einer wird kommen“ fast zudeckte. Feurig als Zugabe war „Éljen a Magyar“ voll ungarischem Nationalstolz. Donauwalzer und Radetzkymarsch durften nicht fehlen.

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