Warum das Taxifahren nicht überall das Gleiche kostet

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Wie viel eine Taxifahrt kostet, ist gesetzlich geregelt. Einheitlich sind die Taxipreise trotzdem nicht. Je nach Kreis oder Stadt zahlt für eine einfache Fahrt ordentlich drauf.

04.07.2019, 10:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist Samstagnacht, die Party ist vorbei, einen Fahrtauglichen gibt es in der Gruppe nicht mehr - ein Taxi muss her. Das wird teuer, keine Frage. Wie teuer, das ist aber nicht nur eine Frage der Entfernung und der Zahl der Fahrgäste, sondern hängt auch vom Wohnort ab.

Je nachdem, in welcher Stadt oder Kommune man wohnt, können die Preise für eine Taxifahrt stark variieren. Bleibt man beim Beispiel von Samstagnacht, rechnet also Wochenend- und Nachtzuschlag ein und geht von einer Strecke von etwa fünf Kilometern aus, zahlt man in Bochum beispielsweise nur 12,30 Euro, im Kreis Wesel hingegen 15,40 Euro. Grund dafür sind neben unterschiedlichen Kilometerpreisen vor allem stark variierende Grundpreise.

Taxitarife sind deutschlandweit nicht einheitlich. Was der Kilometer kostet, ob und welche Zuschläge an Wochenenden oder für Großraumtaxen beanschlagt werden, das legen die Kommunen und Städte selbst fest.

Länder delegieren an die Kreise

Die Preise richten sich unter anderem nach der Wirtschafts- und Kaufkraft der Region, wie Frederik Wilhelmsmeyer, stellvertretender Geschäftsführer des Bundesverbands Taxi und Mietwagen, erklärt. Die unterschiedlichen Tarife spiegelten wirtschaftliche Unterschiede zwischen den Kreisen wieder.

Das bestätigt auch ein Sprecher des Verkehrsministeriums. Ein weiterer Grund für diese Regelung sei zudem „die Annahme, dass die Preise ‚vor Ort‘ besser eingeschätzt werden können.“

Gesetzlich ist die Bestimmung der Taxi-Tarife Ländersache, die Länder delegieren diese aber in der Regel an die Kreise und Städte. Üblicherweise ist es dort das Taxi-Gewerbe, das Tarif-Vorschläge macht, die dann von Stadt- oder Kreisrat genehmigt werden.

Taxen sind Ergänzung des öffentlichen Nahverkehrs

In der Regel auch ein arbeitnehmerfreundliches Vorgehen. „Uns geht es dabei auch um Beschäftigte, die nicht in der Taxi-Branche arbeiten“, sagt Mira Ball von Verdi. Sprich: Die Fahrgäste. Für die müsse die Taxifahrt als Ergänzung des öffentlichen Nahverkehrs bezahlbar sein. In dem Zusammenhang mache es durchaus Sinn, einen Tarif zu haben, den aber individuell anpassen zu können.

Für Taxifahrer selbst werde die Regelung dann zum Problem, so Ball, wenn Kreise und Städte die Fahrpreise zu niedrig ansetzen. „Die Herausforderung ist die Balance zwischen würdigen Arbeitsbedingungen, vernünftigen Löhnen und fahrgastfreundlichen Preisen“, erklärt Ball.

Tarifverhandlungen für einen eigenen Mindestlohn im Taxi-Gewerbe sind 2014 gescheitert. In Gesprächen mit vielen Kreisen und Städten sei es Verdi jedoch gelungen, höhere Taxipreise zu erreichen, die den gesetzlichen Mindestlohn abdecken, so Ball.

Samstagnacht, fünf Kilometer: So viel kostet die Taxifahrt in der Region:

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