Warum es erst jetzt Asphalt für eine Straße in Syburg gibt

Am Klusenberg

Am höchsten Punkt Dortmunds in Syburg ist die Zeit stehen geblieben. Zumindest, was den Zustand des Untergrunds angeht. Die Straße Am Klusenberg führt durch den Wald an den Rand des Stadtteils Syburg. Dass sie erst jetzt asphaltiert werden soll, hat mit viel Schotter zu tun.

SYBURG

, 22.09.2016, 10:25 Uhr / Lesedauer: 2 min
Warum es erst jetzt Asphalt für eine Straße in Syburg gibt

Famoses Fachwerk, beeindruckender Ausblick – aber keine befestigten Straßen. Das ist seit 30 Jahren die Situation an der Straße Am Klusenberg.

Hier lässt es sich hochwertig leben in verwinkelten, exklusiven Einfamilienhäusern mit einem Blick auf Steilhänge und Hengsteysee, der an den Genfer See erinnert. Nach 30 Jahren erhält die Siedlung jetzt auch durchgängig Asphalt – nicht ohne eine gewisse Unruhe bei der politischen Entscheidung darüber.

Dass die Straße das nötig hat, ist unzweifelhaft. Von der Hohensyburgstraße abbiegend ist sie auf einem guten halben Kilometer asphaltiert. Danach führen nur noch Schotterwege zu den Häusern. Ihre Architektur changiert hier zwischen altem Fachwerk und hochmodernem Rechteck-Bau.

Immer mit diesem Blick auf den glitzernden Hengsteysee und in die Ferne des Ardeygebirges. Hier wohnt, wer es sich leisten kann – und das gilt auch für die Zusatzkosten für Auto-Reparaturen. „30 Jahre haben wir gewartet. Dass es jetzt eine Einigung gibt, ist eine gute Nachricht“, sagt ein Anwohner, kurz bevor die Räder seines alten Opels beim Losfahren kurz auf dem Schotter durchdrehen und kleine Steine aufwirbeln. 

Ruhrverband ist zuständig für Wege

Zuständig für diese Wege, die formal ein „Außenbereich“ des Dortmunder Stadtgebiets sind, ist bisher der Ruhrverband (RV). Seit „Jahrzehnten“, wie Martin Wicker vom Tiefbauamt in der vergangenen Woche in der Sitzung der Bezirksvertretung Hörde berichtete, laufen Verhandlungen darüber, wer zu welchen Konditionen die Straße übernimmt.

Einige Bezirksvertreter erinnerten sich an Ortstermine und Beschlüsse aus dem Jahr 2000. Erst jetzt fanden der Ruhrverband und die Stadt zusammen. Die Lösung, der die Bezirksvertretung mit elf Ja- und zwei Nein-Stimme sowie zwei Enthaltungen zustimmte: Der RV asphaltiert die Wege in den nächsten Jahren. Danach gehen die Straßen „unentgeltlich, schulden- und wenn möglich lastenfrei in das Eigentum der Stadt Dortmund über“.

Langfristige Kosten zahlt die Kommune

Für die Wahrnehmung der Unterhaltungs- und Verkehrssicherungspflicht erhält die Stadt einen Ablösebetrag von rund 43.000 Euro. Alle zukünftigen Kosten für die Unterhaltung der Straßen trägt die Kommune. Dieser Fakt ist einer der Kritikpunkte der Bezirksvertreter. „Auch wenn noch einmalig eine Teerdecke vom Ruhrverband bezahlt wird, bleiben alle langfristigen Kosten bei der Stadt Dortmund hängen. Gerade in Zeiten knapper Kassen ist eine solche Entscheidung nicht sinnvoll“, sagt Bezirksvertreter Hans-Otto Wolf, Fraktion Linke und Piraten. Manfred Wicker sagt dazu: „Wir sehen darin keine Belastung, sondern einen vernünftigen Schritt für geordnete Verhältnisse in der Zukunft. Es geht auch um einen kollegialen Umgang mit den Verbänden und ein Entgegenkommen in der Arbeit.“

Hätte die Bezirksvertretung nicht zugestimmt, wäre die Schotterpiste unangetastet geblieben. „Wir müssen jetzt zusehen, dass wir das zum Ende bringen“, sagt Werner Sauerländer, Fraktionsvorsitzender der SPD in der Bezirksvertretung Hörde. Damit die Zeit weiterläuft hier, wo Dortmund mit 254,30 Metern am höchsten ist. 

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