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Warum geschah der Horror-Unfall auf der Wittbräucker Straße?

Rätselhaft

Eine tote Mutter, ihr Mann und ihr Baby in Lebensgefahr - das ist die schreckliche Bilanz des Unfalls auf der Wittbräucker Straße von Ende November. Ermittler rätseln, warum das Auto der Familie in den Gegenverkehr raste. Technische Gründe fallen aus, doch was verursachte den Unfall? Ein Nachbar hat einen Verdacht.

WICHLINGHOFEN

, 16.12.2013 / Lesedauer: 3 min
Warum geschah der Horror-Unfall auf der Wittbräucker Straße?

Blumen liegen am Unfallort an der Wittbräucker Straße. Hier starb eine junge Mutter.

Als Heinrich Beckmann, Stadtoberförster und seit Kurzem im Ruhestand, in der Zeitung von dem Unfall las, ging ihm ein Detail nicht mehr aus dem Kopf, obwohl er selber viel mitbekommen hatte: Er hatte das Geräusch gehört, als das Auto mit dem Lkw kollidierte, Beckmann wohnt nahe an der Unfallstelle. Er hatte die Rettungskräfte gesehen und Menschen, die Erste Hilfe leisteten.

auf einer größeren Karte anzeigen Was Beckmann in den Tagen danach beschäftigte, war die Äußerung der Polizei, dass es sich bei dem Unfallort, bei dem eine Frau starb und ihr zehn Monate altes Kind und ihr Mann lebensgefährlich verletzt wurden, um keinen Unfallschwerpunkt handele. Beckmann sieht das anders. Er wohnt, mal abgesehen von den acht Jahren seiner Ausbildung, seit 1948 permanent hier.

Blumen und Kerzen stehen gegenüber der Unfallstelle, die Wittbräucker Straße zeigt hier keinerlei Auffälligkeiten. Es ist der Scheitelpunkt einer sehr sanften und gut einsichtigen Kurve, davor und dahinter liegen gerade Streckenabschnitte. Es gibt keinen ersichtlichen Grund, warum hier so ein Unfall passieren muss.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Schwerer Unfall an Wittbräucker Straße

Schwerer Unfall an der Wittbräucker Straße. Ein PKW ist frontal mit einem LKW zusammengestoßen.
28.11.2013
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Großeinsatz für Polizei und Rettungskräfte an der Wittbräucker Straße.© Foto: René Werner / IDA News
Gegen 14.30 Uhr ist dieses Auto in den Gegenverkehr geraten.© Foto: René Werner / IDA News
© Foto: René Werner / IDA News
Das Auto stieß frontal mit diesem LKW zusammen.© Foto: René Werner / IDA News
Das Auto wurde bei dem Zusammenstoß sehr stark zerstört.© Foto: René Werner / IDA News
Drei Personen wurden im Auto eingeklemmt. Darunter ein Baby.© Foto: René Werner / IDA News
Feuerwehrleute befreiten die Insassen aus dem Wrack.© Foto: René Werner / IDA News
Die Auto-Insassen erlitten laut Polizei schwerste Verletzungen.© Foto: René Werner / IDA News
Der LKW-Fahrer kam mit einem Schock ins Krankenhaus.© Foto: René Werner / IDA News
Zur Ursache des Unfalls ermittelt jetzt die Polizei.© Foto: René Werner / IDA News
Ein Polizeisprecher nannte den Unfall eine "Tragödie"© Foto: René Werner / IDA News
Auf der Wittbräucker Straße gab es zuletzt mehrere schwere Unfälle.© Foto: René Werner / IDA News
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Heinrich Beckmann sagt, er habe sich vor dem Zusammenstoß gefragt, wann hier der nächste Unfall geschehe. Der Mann ist ein nüchterner Westfale und damit alles andere als ein Klageweib, das etwas zum Tratschen braucht. Es ist ihm, im Gegenteil, sichtlich unangenehm, so ein Thema zu haben.

Aber es beschäftigt ihn und das nicht erst seit Ende November. An exakt der Stelle, an der der Unglückswagen im Graben lag, starb an Ostern 1997 ein Radfahrer. Lag vor fünf Jahren im Spätsommer ein Ferrari im Graben. Geschahen, sagt Beckmann, mehrere Unfälle. Vier hat er seit 1997 selber miterlebt, von einem weiteren weiß er. Beckmann hat keine Datenbank und kein Archiv, aber er hat seine Erinnerung und seine Nachbarn. Die Nachbarn meinen, es sei sogar noch ein Unfall mehr gewesen. Die Polizei sagt, so weit und so fein gehen ihre Statistiken nicht zurück.

Wenn Beckmann recht hat und es immer wieder hier passiert – warum ist das dann so? Er ist zurückhaltend und sagt, jeder Unfall sei letztlich immer auch ein menschliches Versagen. „Aber warum versagen die Menschen immer an derselben Stelle?“ Es gebe andere Stellen an der Wittbräucker, hinten bei Overkamp etwa, da komme es auch häufiger zu Unfällen – aber da gebe es eine Kreuzung. Hier gibt es nichts.Beckmann hat selber keine Erklärung, er hat eine Beobachtung, wie sie wohl nur ein Förster liefern kann. Er war bis vor wenigen Monaten zuständig für 1200 Hektar Forstgebiet und er sagt, er kenne in diesem gesamten Bereich keine Stelle, an der in einem Radius von 70 bis 100 Metern derart häufig Blitze eingeschlagen seien wie hier. In diesem Radius liegt auch die Unfallstelle.

Die Blitze schlagen hier nicht erst seit gestern ein. Woran das jetzt liegt und was das mit den Unfällen zu tun hat? Beckmann hat mehr Fragen als Antworten, aber er weiß, dass an Stellen, an denen unterirdische Wasseradern verlaufen, Blitze vermehrt einschlagen können. Er weiß, dass hinter den Häusern an der Unfallstelle Wasser austritt. Und er weiß, dass manche Menschen empfindlicher auf solche Wasseradern reagieren als andere. Der Oberförster a.D. wartet auf den nächsten Unfall.  

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