"Wat ’ne herrliche Welt": 60 Jahre unter Tage verschollen

Revue-Komödie im Mondpalast

60 Jahre war Bergmann Fritz Grabowsky verschollen, in der Revue-Komödie "Wat ’ne herrliche Welt" kehrt er im Mondpalast in Wanne-Eickel wieder an die Oberfläche zurück - in seinen alten Schrebergarten. Nichts ist mehr, wie es einmal war.

HERNE

, 12.02.2015, 17:24 Uhr / Lesedauer: 1 min
"Wat ’ne herrliche Welt": 60 Jahre unter Tage verschollen

Der knorrige Bergmann Fritz Grabowsky (Axel Schönnenberg, l.) und sein Bruder Peter (Martin Zaik)

Einen Tag vor dem WM-Endspiel 1954 hatte sich Grabowsky – gespielt von Erz-Komödiant Axel Schönnenberg – unter Tage verlaufen. Nun ist nichts mehr wie es einmal war in seinem Schrebergarten, diesem Biotop deutscher Gemütlichkeit.

Wer hat das Endspiel gewonnen?

Die Verwandtschaft ist zerstritten, die einen Gewinner, die anderen Opfer des wirtschaftlichen Aufschwungs. Grabowsky kannte vor seinem Verschwinden keinen Rollrasen, im neuen Jahrtausend lässt sich die Spielfläche der Schalke-Arena herausfahren wie ein Backblech, im warmen Winterregen schießen dort Skilangläufer auf Scheiben. Der knorrige Bergmann mag Dicke Bohnen mit Speck, Smartphone und E-Mails kennt er nicht. Grabowsky interessiert nur eine Frage: Wer hat das Endspiel 1954 gewonnen?

„Wat ’ne herrliche Welt“ ist eine Revue-Komödie, „weil so viel Musik drin ist“, sagt Prinzipal Christian Stratmann – mit bekannten Melodien, von Lady Gaga bis zu Talking Heads. Stratmann nennt die Revue-Komödie eine Reise durch die mittlere Geschichte des Ruhrgebiets und ein modernes Märchen.

Überarbeitet und neu inszeniert

„Wat ’ne herrliche Welt“ ist auch das erste Stück, das der neue künstlerische Leiter Ekkehard Eumann im Mondpalast auf die Bühne bringt. Einen Sommer lang lief es bereits erfolgreich im Volkstheater. Zehn Jahre später haben es Eumann und Hausautor Sigi Domke überarbeitet und neu inszeniert.

„In diesen zehn Jahren ist eine Menge passiert“, sagt Eumann. Auch das Bühnenbild ist ein anderes. Die Verantwortlichen hoffen auf einen ähnlichen Erfolg wie damals. „Das Stück gehört einfach hierher. Es ist eine Hommage an das Ruhrgebiet“, sagt Schauspielerin Ute Schütgens. 

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