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Eine Wundertüte mit Arbeiten aller Genres

64. Kurzfilmtage

Die 64. Kurzfilmtage in Oberhausen sind voll mit Arbeiten vieler Stile, Themen und Genres, eine Werkschau aus aller Herren Länder.

Oberhausen

, 30.04.2018 / Lesedauer: 2 min
Eine Wundertüte mit Arbeiten aller Genres

Der Kurzfilm „Tsuchi no hito“ aus Japan läuft am 5. Mai im Internationalen Wettbewerb des Festivals. Foto: Kurzfilmtage

Man darf den Internationalen Wettbewerb der Kurzfilmtage (3. bis 8. Mai in der Oberhausener Lichtburg) als große Wundertüte sehen. Immer eine Freude sind die Dokus, weil man danach schlauer ist, was die weite Welt betrifft.

Wo Ägyptens Männer die Diener der Frauen sind

Mohammad Homoudas „Manikeer“ (Freitag, 20 Uhr) kommt aus Ägypten und stellt uns zwei junge Männer vor, die in Kairos besserem Viertel in einem Salon Maniküre und Pediküre anbieten.

Sie feilen, cremen, massieren und lackieren die Nägel von Frauen aus der westlich geprägten Oberschicht, dazu erzählen sie im Off von ihrer Arbeit, ihren Kunden, ihrem Leben. Straßenszenen runden ein Sittenbild, das viel sagt über den Alltag und die Gesellschaft in Ägypten.

Fleischklopse im Schönheitssalon

Einen Schönheitssalon der grotesken Art zeigt die kanadische Computer-Animation „Caterpillarplasty“ (Montag, 12.30 Uhr) von David Barlow-Krelina, die wie ein satirischer SciFi-Albtraum daherkommt: Unendlich hässliche, in die Breite wuchernde Fleischklopse kommen in einer Kosmetik-Klinik unters Messer.

Der Film zelebriert eine Hochglanz-Ästhetik des Ekelhaften und lässt sich als parodistischer Reflex auf Schönheits-Chirurgie und Selbstoptimierung verstehen.

Pappmaschee-Figuren zeichnen Skizzen der Deprimierten

„Icebergs“ (Sonntag, 14.30 Uhr) ist eine Animation von Eirini Vianelli, die mit Pappmaschee arbeitet und ihre grob stilisierten Figuren in szenische Schlaglichter stellt.

Absurdes Theater, Skizzen aus dem Dasein der Deprimierten, wenn man so will. Ein fluchender Kellner, ein Autounfall, tödliche Pfeile am Strand, eine Bombe zur Weihnacht in der Mall.

Luciano Piazza aus den USA ist im Internationalen Wettbewerb der Kurzfilmtage mit einem filmischen Essay vertreten, „Acedia“ (Sonntag, 20 Uhr). Alltagsbilder der Stadt sind mit Laufbandtext versehen, der über Ökonomie, Produktion, Gentrifizierung und das drohende Ende des süßen Nichtstuns nachdenkt.