Weg ist frei für Kunstrasen in Sölderholz

Lärmschutzverordnung

Es kommt nicht oft vor, dass sich ein Beschluss im Bundestag direkt an der Basis auswirkt. Im Falle der neuen Lärmschutzverordnung für Sportanlagen, die im Sommer 2017 in Kraft treten soll, ist dies aber der Fall. Nutznießer sind die Sportfreunde (SF) Sölderholz.

SÖLDERHOLZ

, 09.05.2017, 03:55 Uhr / Lesedauer: 1 min
Weg ist frei für Kunstrasen in Sölderholz

Ute Mais (CDU-Ratsfrau), Anke Bohlander (Jugendleiterin SF Sölderholz), Sabine Poschmann (SPD-Bundestagsabgeordnete) und Joachim Schanz (1. Vorsitzender der SF Sölderholz, v.l.) setzen sich für den Kunstrasen ein.

Der Grund ist ein Altanlagenbonus für Sportplätze, der einen um fünf Dezibel höheren Grenzwert ermöglicht als beim Neubau einer Anlage. Und da es in Sölde eine Bundestagsabgeordnete gibt, die das Anliegen der SF Sölderholz unterstützt, an die Lichtendorfer Straße einen Kunstrasenplatz zu holen, wollte es sich Sabine Poschmann (SPD) auch nicht nehmen lassen, diese frohe Kunde dem Verein persönlich mitzuteilen.

„Ohne diese neue Verordnung wäre es nicht möglich gewesen, hier einen Kunstrasenplatz zu bauen“, sagt Joachim Schanz (erster Vorsitzender der SF). Oder man hätte rund sieben Meter hohe Lärmschutzwände um Teile des Geländes errichten müssen.

Tür steht weit auf

Jetzt steht die Tür weit auf. Denn nun ist der Verein auch in der Lage, Sponsoren und Unterstützer anzusprechen, denn einem Kunstrasenplatz steht technisch nun nichts mehr im Wege. Jetzt muss nur noch das Finanzielle geregelt werden. Obwohl das noch eine große Hürde für den Verein aus dem Dortmunder Süden werden könnte. Obwohl auch Ute Mai, stellvertretende Vorsitzende des Ratsausschusses für Kultur, Sport und Freizeit, das Projekt unterstützt.

„Wenn die Finanzierung geklärt ist, die Stadt Dortmund einen genehmigten Haushalt hat und andere Voraussetzungen stimmig sind, können wir uns vorstellen, das Projekt auch im Rat der Stadt zu unterstützen“, sagt Ute Mais. Der Verein geht zumindest optimistisch in die Gespräche um die Finanzierungsfrage mit der Sportverwaltung. „Wir werden da sicher eine Lösung finden“, sagt Joachim Schanz.

Obwohl es durchaus noch problematisch werden könnte, denn eine 100-Prozent-Lösung, das heißt, die komplette Anlage zu übernehmen, kann laut Schanz der Verein nicht stemmen. Es muss also an einem Mischprodukt gefeilt werden, das so aussehen könnte: Die SF Sölderholz übernehmen nur den reinen Kunstrasenplatz, während die Stadt Dortmund weiter für das ganze Drumherum zuständig ist. „Es muss nur etwas passieren, sonst gibt es den Verein in ein paar Jahren nicht mehr“, so Schanz. 

Die Idee, in Sölderholz einen Kunstrasenplatz zu bauen, kursiert schon seit 2009. Da suchte man nur vergebens nach einer Fläche, um die Anlage komplett neu zu bauen. Jetzt kann der Platz an alter Stelle belassen werden.