Weitere Flüchtlingsunterkunft entsteht im Stadtbezirk Mengede

An der Mengeder Straße

Der Stadtbezirk Mengede bekommt eine weitere Flüchtlingsunterkunft: 400 Zuwanderer sollen an der Mengeder Straße neben dem Einkaufszentrum untergebracht werden. Das teilte die Verwaltung am Mittwochnachmittag in der Sitzung der Bezirksvertretung Mengede mit. Die Politiker waren völlig überrascht und reagierten gereizt.

NETTE

, 02.03.2016, 20:35 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ähnlich wie an der Breisenbachstraße in Oestrich soll an der Mengeder Straße neben dem Einkaufszentrum eine mobile Unterkunft für Flüchtlinge entstehen.

Ähnlich wie an der Breisenbachstraße in Oestrich soll an der Mengeder Straße neben dem Einkaufszentrum eine mobile Unterkunft für Flüchtlinge entstehen.

Ihre Entscheidung für den Flüchtlingsstandort an der Mengeder Straße (Bodelschwingher Feld) teilten Stadträtin Birgit Zoerner und Stadtrat Ludger Wilde dem Gremium in einem knapp verfassten Schreiben mit. Als Berichterstatter schickten sie Eckhard Kneisel vom Stadtplanungsamt, der aber auch nur wenig Details verriet und auf die Informationsveranstaltung am 15. März (Dienstag) um 18 Uhr im Pädagogischen Zentrum im Heinrich-Heine-Gymnasium an der Dörwerstraße in Nette verwies.

Das erfuhren die Politiker

  • Geplant ist auf der Ackerfläche, die die Stadt von der Kirche in Kürze erwerben wird, eine temporäre Unterbringung in Containern oder Leichtbauhallen. "Je nachdem, was organisierbar sein wird", so Kneisel. Weil es sich eigentlich um eine Fläche für Gewerbegebiet handelt, könne man nur auf diese Weise schnelles Baurecht schaffen.
  • Mit der Planung und Realisierung soll in der zweiten Jahreshälfte 2016 begonnen werden.
  • Aufgrund der Nähe zu Schule, Kita, öffentlichem Personennahverkehr und den benachbarten Lebensmittelmärkten halte man die Standort für gut geeignet.

Darüber hinaus betonte Kneisel, dass die Stadt um eine Gleichverteilung bei den Flüchtlingsunterkünften bemüht sei und dies weitestgehend auch gelingen würde.

So reagierten die Politiker

Die Bezirksvertreter zeigten sich enttäuscht über die Entscheidung. Zunächst kritisierten sie die Informationspolitik der Verwaltung. "Da wird man einfach durch einen Zettel informiert", schimpfte zum Beispiel SPD-Sprecherin Gudrun Feldmann. Und das, obwohl man viele Stunden mit der Verwaltung vor Ort nach geeigneten Standorten gesucht habe und im ständigen Austausch gewesen sei. "Aber keiner unserer Vorschläge wurde berücksichtigt."

Die Entscheidung der Verwaltung könne man so nicht mitragen, erklärte Feldmann. Der Standort sei nicht geeignet. Das meinte auch ihr Fraktionskollege Detlef Adam, der auf die gefährliche Lage direkt neben der Emscherallee und der Eisenbahnlinie hinwies. "Das ist skrupellos", fand er deutliche Worte.

Auch Isabella Knappmann (Grüne) konnte nicht nachvollziehen, dass keiner der vorgeschlagenen Standorte der Bezirksvertretung in Frage kommt, und Joachim Farnung (CDU) forderte mit Blick auf die Lage "menschenwürdiges Leben" für die Flüchtlinge.

Kneisel erklärte, dass es für alle von der BV vorgeschlagenen Areale Ausschlussgründe gebe, die ebenfalls bei der Bürgerversammlung am 15. März kommuniziert würden.