Weitere Förderung für Bochumer Perspektive

Sanierung der Opel-Flächen

Es sei „gut investiertes Geld“, sagt Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann. Mit einem von ihm unterschriebenen Zuwendungsbescheid erhält die Entwicklungsgesellschaft Bochum Perspektive 2022 nun weitere 1,9 Millionen Euro für die Revitalisierung der Fläche des ehemaligen Opel-Werkes I. Auf das Geld ist die Gesellschaft allerdings auch dringend angewiesen – und auch auf weitere Förderungen.

BOCHUM

, 11.06.2015 / Lesedauer: 3 min
Weitere Förderung für Bochumer Perspektive

LB Bo Opel Abriss neubauerphoto

„Angesichts der Zechenvergangenheit ist die Entwicklung der Fläche nicht profitabel“, sagt Enno Fuchs. Der Geschäftsführer der Bochum Perspektive 2022 erarbeitet deshalb mit seinem Team schon weitere Förderanträge. Eine Situation, für die Regierungspräsident Bollermann allerdings Verständnis hat: „Sowas geht nicht ohne Förderung“, sagt er.

Denn die Fläche des frühen Opel-Werks muss großflächig saniert und von ihren Altlasten bereinigt werden – und dazu zählen nicht nur die, die durch Opel entstanden sind, sondern auch die aus der Zeit vor Opel, der Zeit des Bergbaus.

Konkret auf eine Summe festlegen, will sich Enno Fuchs nicht: „Es wäre unseriös jetzt Zahlen zu nennen.“ Sicher ist nur, dass noch viel Geld benötigt wird. Wie etwa die jetzt bewilligte Förderung von 1,9 Millionen. Das Geld soll in die Projektsteuerung und Ingenieursleistungen gesteckt werden: „Damit soll der Masterplan für die Fläche vom Groben ins Feine gebracht werden“, sagt Fuchs.

Keine Hoffnung auf ein Wunder

Und das wird eine langwierige Aufgabe werden: „Wir sollten nicht auf Wunder hoffen, dass wir 2017 schon Vollzug melden können“, sagt er. Dennoch laufen bereits erste Gespräche mit Interessenten – für zu bebauende Flächen und für die unter Denkmalschutz gestellten Gebäude. Besonders letzteres ist ein gutes Signal.

Denn der Denkmalschutz ist nur vorläufig. Findet sich keine Möglichkeit zur wirtschaftlichen Nutzung der Gebäude, wird der Denkmalschutz nach drei Jahren aufgehoben. Dann würde auch der letzte Rest des Opel-Werkes I den Baggern zum Opfer fallen.

Dass das derzeit mit den Produktionshallen geschieht, sei „schon traurig“, wie Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz sagt. Doch die schnelle Entwicklung der Fläche ist notwendig, um Firmen und Betriebe nach Bochum zu locken.

Denn obwohl die Bewunderung des Regierungspräsidenten für die neue Chance zur städtebaulichen Entwicklung kaum Grenzen kennt („Ich kenne kein optimaler gelegenes Gelände dieser Dimension im Regierungsbezirk“), weiß er, dass Bochum mit anderen Städten bei der Entwicklung neuer Gewerbegebiet im einem Konkurrenzkampf steht – und mahnt an, dass sich die Bochum Perspektive 2022 später an der Attraktivität der Fläche wird messen lassen müssen.

Die Bochum Perspektive 2022 hat erst 2014 ihre Arbeit aufgenommen. Die Entwicklungsgesellschaft wird am 1. Juli Eigentümerin der Fläche Opel-Werk I. Zusätzlich zu den 1,9 Millionen Euro erhielten die Stadt und die Entwicklungsgesellschaft bereits eine Förderung von 32 Millionen Euro. Der Bauabschnitt I auf der Werksfläche umfasst rund 237.000 Quadratmeter. Gewünscht ist auch eine Ansiedlung von Firmen für die Fertigung medizinischer Apparate.

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