Die zu glatte Fahrbahn im Ringtunnel ist ein Problem für die Verkehrssicherheit. Sie ist aber nicht das einzige – ein Kommentar.

Unna

, 20.07.2018, 18:06 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass die Fahrbahn im Tunnel nicht mehr griffig genug ist, gilt als gefährlich und muss behoben werden. Diese Maßnahme darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es weitere Umstände gibt, die Unfälle im oder am Tunnel begünstigen. Die Polizei erklärt es selbst mit ihrer Statistik: Die Fahrer, die im Jahr 2017 im Ringtunnel Unfälle gebaut haben, waren alle jung, männlich und abends oder nachts unterwegs. Viele werden bei dieser Beschreibung direkt das laute Aufheulen der im Tunnel beschleunigten Motoren im Ohr haben. Dass diese drei Unfallfahrer nicht zu langsam unterwegs waren, ist sicher nicht ganz abwegig. Hier sind immer wieder Geschwindigkeitskontrollen nötig, und die Polizei müsste die unsinnigen Fahrten der Motorliebhaber unterbinden – durch hartnäckiges Anhalten, Kontrollieren und Vergrämen.

Unfälle am Stauende

Die einen fahren zu sportlich, die anderen fahren notgedrungen gar nicht, weil sie im Stau stehen. Und auch das ist gefährlich im Ringtunnel: In der nicht komplett einsehbaren Kurvenlage von Ring und Tunnel bedeutet gestauter Verkehr ein großes Unfallrisiko – wie auf Autobahnen. Aktuelle Fälle belegen es: Im Juni 2018 fuhr ein BMW in das Stauende im Tunnel. Drei Erwachsene und ein Kind wurden verletzt. Im September 2016 fuhr ein Motorradfahrer auf ein Auto auf, dessen Fahrer im Tunnel bremsen musste – wegen Staus auf der rechten Fahrspur.

„Mühlencenter“ gibt Anstoß

Nicht nur zur Schonung der Nerven und Zeitkonten, sondern auch zur Sicherheit ist es also dringend erforderlich, hier die Stauursache zu bekämpfen – sprich: die Probleme mit dem Nadelöhr des von Planern verkorksten Kreishauskreisels. Es bleibt zu hoffen, dass die durch das Projekt Mühle Bremme angestoßenen Überlegungen zum Ziel führen. Wenn durch eine klügere Steuerung der Radfahrer- und Fußgängerströme der Verkehr flüssiger durch den Kreisel kommt, wird die Fahrt auf dem Ring entspannter und sicherer. Natürlich darf durch den Umbau der Zufahrt für das neue „Mühlencenter“ kein neues Nadelöhr hinter dem Tunnelausgang entstehen. Sonst hilft wohl nur noch, das Tempo zwischen Ost- und Beethovenring dauerhaft auf 30 zu reduzieren – oder besser gleich auf Schrittgeschwindigkeit.

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