Weiterleben in Musik

Ruhrtriennale

Extreme ästhetisch-weltanschauliche Positionen bestimmten das Ruhrtriennale-Konzert des Sinfonieorchesters des Hessischen Rundfunks (hr) am Samstag in der Bochumer Jahrhunderthalle.

BOCHUM

, 14.09.2014, 13:25 Uhr / Lesedauer: 1 min
Weiterleben in Musik

Der französische Dirigent Sylvain Cambreling

Da sprach aus "Et expecto resurrectionem mortuorum" die absolute Glaubensgewissheit des Komponisten Olivier Messiaen. "Ich wandte mich und sah an alles Unrecht, das geschah unter der Sonne" hingegen brachte die ganze Verzweiflung Bernd Alois Zimmermanns zum Ausdruck, der sich fünf Tage nach Vollendung dieses Werks das Leben genommen hat.

Eine weitere Dimension erhielt der existenzielle Abend durch die Widmung an den im März verstorbenen Ruhrtriennale-Gründungsintendanten Gerard Mortier.Präzise Zeichengebung

Sylvain Cambreling, einer der stilbildenden Dirigenten der Mortier-Jahre, leitete das Konzert mit präziser Zeichengebung. Und die hr-Sinfoniker begeisterten wie schon 2013 in "Das Mädchen mit den Schwefelhölzern" von Helmut Lachenmann als Spezialisten für Neue Musik. Wesentlichen Anteil an der großen emotionalen Wirkung von Zimmermanns Komposition hatten darüber hinaus die eindringlich-inbrünstige Vokalakrobatik des Bassbaritons Dietrich Henschel sowie Thomas Thieme als dramatisch-expressiver Sprecher.

Eine musikalische Entdeckung gab es auch: "Histoire du plaisir et de la désolation" (1981) des wenig bekannten Franzosen Luc Ferrari. Das Publikum feierte das effektvolle, virtuos orchestrierte Stück voller rhythmischem Drive und überraschenden Wendungen, in dem die Frankfurter Musiker 40 Minuten lang lustvoll aufspielten.

 

 

 

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