Weltklassiker mit Blick auf aktuelle Geschehnisse

Mephisto-Premiere im Schauspielhaus

Mit "Mephisto" bringt Daniela Löffner (Regie) eine Bearbeitung des weltberühmten Romans von Klaus Mann auf die Bühne des Schauspielhauses, das das Romangeschehen mit Blick auf aktuelle Geschehnisse neu in Szene setzt. Die Premiere findet am Freitag (13.5) statt.

BOCHUM

11.05.2016, 17:49 Uhr / Lesedauer: 1 min
Raiko Küster spielt in Daniela Löffners Bearbeitung die Rolle des Hendrik Höfgen.

Raiko Küster spielt in Daniela Löffners Bearbeitung die Rolle des Hendrik Höfgen.

Löffners Inszenierung spielt bewusst damit, offenzulassen, ob es sich bei den Geschehnissen auf der Bühne um eine Bewältigung der Vergangenheit oder um den Blick in eine fiktive Zukunft handelt. Das Stück bewegt sich in einer Nazizeit, doch wann sich diese ereignet, das bleibt laut Löffner "ganz bewusst" offen. Man wolle das Publikum zum Nachdenken anregen.

Denn die aktuelle Zeit, in der die rechten Ströme in unserer Gesellschaft wieder stärker werden, müsse man sich mit Fragen wie der, wie es damals soweit kommen konnte, beschäftigen - und damit, wie man mit diesen rechten Strömen umgehen solle. Aber auch die Meinungsvielfalt und die Frage "Wo gibt es da Grenzen?" hätten bei der Inszenierung eine Rolle gespielt.

Linearer Ablauf

Die Hauptrolle des Karriereristen Höfgen, der sich vom Provinzschauspieler zum Intendanten in der Metropole Berlin hocharbeitet, übernimmt Raiko Küster. Und er sei der einzige Schauspieler, der nur eine Rolle spiele. Alle anderen Darsteller, unter anderem Friederike Becht und Martin Horn, übernehmen mehrere Rollen.

Sie seien aber mehr als nur ein Beiwerk oder Hintergrund. Sie begleiten Höfgen durch die verschiedenen Stationen seiner Karriere und seines Lebens – und das wird linear beschrieben und somit teilweise abweichend zum Roman.

Noch sind Restkarten für die Premiere am Freitag verfügbar. Weitere Vorstellungen finden am 20., 27. und 29. Mai statt.

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