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Weltoffenheit mit Hindernissen

WM-Erinnerungen

Träume, Tore, manchmal auch Tränen. All das steht uns in den nächsten vier Wochen bevor, wenn der Ball wieder rollt und die Teams nur ein Ziel haben: Weltmeister werden. Im Fußballfieber muss auch Zeit sein für Erinnerungen. Unsere Redakteure nehmen sie die Zeit und erzählen ihre schönsten WM-Geschichte. Hier: Irene Steiner

10.06.2014 / Lesedauer: 2 min

Deren Fans machten in der U-Bahn auf dem Weg ins Stadion unliebsam auf sich aufmerksam. Schien jedenfalls den deutschen Fahrgästen. Gut gelaunt schmetterten die Eidgenossen ein ums andere Mal "Schweizer Nazi, Schweizer Nazi!" und johlten und jubelten. Merkwürdiges Völkchen, diese Bergbewohner aus dem Südwesten. Betreten schauten sich die deutschen Fahrgäste in dem Fußball-Shuttle an. Da gab man sich alle Mühe, weltoffen für Kulturen aller Art zu sein. Aber ein bisschen mehr Sensibilität für die kaum vernarbten Wunden der gastgäber hätte man sich gerade von den europäischen Nachbarn doch erhofft. Gab es nicht.

"Schweizer Nazi, Schweizer Nazi!", schalte es munter durch die U-Bahn. Und wurde langsam leider.  Denn so unsensibel waren die Eidgenossen dann doch nicht, dass sie das Unbehagen der anderen nicht bemerkt hätten. Kurze Irritation, kurzer Austausch, erleichtertes Schmunzeln: Mit Nazi meinten die Schweizer Fans natürlich ihre Nationalmannschaft. Und ja, das Anfeuern schon in der U-Bahn hat geholfen: Die Schweizer besiegten Togo in einem denkwürdigen Spiel im Dortmunder WM-Stadion mit 2:0.

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