Weniger Personal sorgt für kürzere Öffnung

Stadtbücherei

Es fällt Waltraud Richartz-Malmede sichtlich schwer, doch an dem Schritt kommt sie nicht vorbei: Die von ihr geleitete Stadtbücherei muss "dank" der prekären Lage des städtischen Haushaltes Geld sparen – und führt deshalb nun kürzere Öffnungszeiten ein.

BOCHUM

, 20.04.2015, 19:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das BVZ könnte abgerissen und andernorts neu gebaut werden. In dem Gebäude befinden sich auch Stadtbücherei und Volkshochschule.

Das BVZ könnte abgerissen und andernorts neu gebaut werden. In dem Gebäude befinden sich auch Stadtbücherei und Volkshochschule.

„Seit 2009 haben wir 20 Prozent unseres Personals verloren“, sagt Richartz-Malmede. Trotzdem will die Bücherei möglichst viele Menschen ansprechen: „Erwachsene, aber auch Schulklassen und verstärkt auch Flüchtlinge.“ Das jedoch bedeutet für das Team der Stadtbücherei viel Vorbereitung – und die kann mit der aktuellen Personaldecke nur dann geleistet werden, wenn zugleich an anderer Stelle Abstriche gemacht werden.

Wie etwa eine frühere Schließung der Zentralbücherei. War diese bisher unter der Woche bis 20 Uhr geöffnet, schließt sie nun eine Stunde eher. Damit will die Büchereileiterin auch einen Schließtag unter der Woche verhindern. „Ich halte es einer Großstadt nicht für würdig, einen Schließtag in der Zentralbibliothek zu haben“, sagt sie. Beibehalten wurde daher auch die Öffnung am Samstag – jedenfalls in der Innenstadt.

In den Zweigbücherein wurden hingegen nun die Öffnungszeiten vereinheitlicht. Das bedeutet vor allem für Linden und Wattenscheid Abstriche. Denn ab dem 1. Mai werden alle Stadtteilbücherein mittwochs und samstag geschlossen bleiben.

Auch Schulöffnung fällt weg

In Wattenscheid passiert damit nun genau das, was bei der Öffnung der Bibilothek im Jahr 2005 verhindert werden sollte: „Wir hatten seit dem Umzug der Wattenscheider Bibliothek 2005 in ein Einkaufszentrum auch mittwochs geöffnet, weil wir es nicht gut fanden, dass die Geschäfte geöffnet haben, aber die Bücherei nicht“, sagt Richartz-Malmede.

„Doch wir können unter diesen Sparzwängen nicht mehr allen alles bieten.“ Betroffen von den neuen Öffnungszeiten sind auch die Schulen: „Die Schulöffnung in Gerthe und Langendreer fällt weg, wir öffnen dort jetzt nur auf Nachfrage“, so die Amtsleiterin.

Dass sie wegen der neuen Situation böse Briefe von Bochumer Bücherfreunden bekommen werde, sei ihr klar, doch Richartz-Malmede bittet um Verständnis – auch weil im Vergleich mit anderen Stadtbüchereien Bochum gar nicht so schlecht abschneide. Die Zentralbibliothek sei immerhin 48 Stunden in der Woche geöffnet und liege damit gleichauf mit Düsseldorf und Hamburg und vor Essen.  

Die Zentralbücherei ist Mo-Fr von 10 bis 19 Uhr und samstag von 10 bis 13 Uhr geöffnet. Die Zweigbüchereien täglich außer Mi, Sa, So von 11 bis 18 Uhr.

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