Weniger Zeit für Zivildienstleistende

Junge Männer

WITTEN Was wird aus den Zivildienststellen in Witten? Das fragt sich nicht nur der Geschäftsführer der Caritas, Hartmut Claes. Denn wenn die Wehrzeit ab 2011 von neun auf sechs Monate verkürzt wird, werden wohl auch die Einsatzzeiten der Zivis gekappt.

von Von Susanne Linka

, 28.10.2009, 06:05 Uhr / Lesedauer: 1 min
Zivildienstleistende bei der SoVd Lebenshilfe.

Zivildienstleistende bei der SoVd Lebenshilfe.

Auch bei der Arbeiterwohlfahrt ist das zu erwarten, wie Jochen Winter, Geschäftsführer im EN-Kreis, bestätigt. „In einigen Bereich werde ich künftig sicher darauf verzichten.“ In den Seniorenheimen und in der AWo-Sozialstation liegen die Einsatzorte seiner Zivis in Witten. Da an manchen Stellen viel Zeit für die Einarbeitung erforderlich sei, bleibe am Ende oft zu wenig Zeit für effektive Arbeit. „Wir haben alternativ etwa gute Erfahrungen mit dem Freiwilligen Sozialen Jahr gemacht.“ Rein pragmatisch findet Winter allerdings, dass es Sinn macht, die Dienstzeiten für Wehr- und Zivildienst einander anzupassen.

Dr. Dieter König, Geschäftsführer der SoVD Lebenshilfe gGmbH, hätte auch lieber Zivis, „die ein Jahr lang bei uns bleiben.“ Es sei ja jetzt schon schwierig, sie mit ihren neun Monaten Dienstzeit vernünftig in der Arbeit mit Behinderten einzusetzen: „Das Problem ist also nicht neu.“ Sein Verband könne sich einen kompletten Verzicht auf Zivis aber einfach nicht erlauben, auch wenn künftig eine stärkere Ergänzung ihrer Arbeitskraft nötig sei: „Das sehe ich auch im Interesse der jungen Leute so, denn wer sich gegen den Wehrdienst entscheidet, soll schließlich eine Sinn gebende Perspektive wählen können.“