Wenn Menschen kein zu Hause haben

Unterschlupf für Obdachlose

Tagsüber laufen einige von ihnen durch die Straßen. Manche bitten um Geld. Einige sind auffällig, andere bemerkt man kaum. Menschen ohne eigene Wohnung und ohne eigenes Bett können nicht einfach nach Hause gehen, wenn sie frieren oder müde sind. Wo also können diese Menschen nachts hingehen? Wohin wenn sie Schmerzen haben?

BOCHUM

28.05.2014, 20:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wenn Menschen kein zu Hause haben

Ein Obdachloser schläft in einer Fußgängerzone eingepackt in Decken und zwischen Plastiktüten auf dem Boden.

Aber ganz egal, ob wohnungs- oder obdachlos: Unter offenem Himmel muss in Bochum niemand schlafen. Erwachsene ab 21 Jahren finden im „Fliednerhaus“ täglich von 19 bis 8 Uhr Unterschlupf. 32 Betten für Männer und acht für Frauen stehen zur Verfügung. „Beide Angebote sind aber um jeweils zehn Betten erweiterbar“, sagt Fuisting. Bis zu 30 Männer finden zudem im Christophorushaus der Caritas einen Platz zum Schlafen. Jugendliche bis zum 21. Lebensjahr können sich an die Notschlafstelle „Schlaf am Zug“ der Stiftung Overdyck wenden.

Dort können sie aber nicht nur übernachten, sondern auch duschen, ihre Wäsche waschen, etwas essen und ihre postalischen Angelegenheiten regeln. „Viele Wohnungslose kommen nur zur Beratung, weil sie die Anschrift der Beratungsstelle nutzen wollen, um Sozialleistungen zu beantragen“, sagt Fuisting. Ebenso gibt es in den Schlafstellen und Beratungsstellen regelmäßige Sprechstunden der aufsuchenden medizinischen Hilfe für Wohnungslose. Bei dieser handelt es sich um einen aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen finanzierten Verein. Bei den Sprechstunden finden die Betroffenen medizinische Hilfe: „Bei allen möglichen kleinen Erkrankungen und bei kleineren Verletzungen“, sagt Jutta Niederkinkhaus, Geschäftsführerin der aufsuchenden medizinischen Hilfe für Wohnungssuchende."Nur Notlösungen" „Manche Betroffene sind krankenversichert. Bei diesen zahlt natürlich die Krankenkasse. Bei Obdachlosen, die keine Krankenversicherung haben, zahlen oft wir“, sagt Niederkinkhaus, „eigentlich ist für solche und für Notfälle die Stadt zuständig. Aber oft fehlt einfach das Geld.“ „Das alles sind aber nur Notlösungen, die ebenso von Menschen genutzt werden, die seit langem auf der Straße leben wie von denen, die erst vor Kurzem und nur vorübergehend ihre Wohnung verloren haben“, sagt Fuisting.

Nur ein Bruchteil der Wohnungs- oder Obdachlosen sucht jedoch Unterschlupf in einer Notschlafstelle: „Viele Wohnungslose gehen zu Freunden und versuchen, der Wohnungslosigkeit so schnell wie möglich wieder zu entkommen. Deshalb handelt es sich bei den uns bekannten Zahlen nur um Durchlaufzahlen, die wir pro Jahr ermitteln.“ 

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