Wenn Papa Liefers ständig um die Tochter schwirrt

Kino: "Das Pubertier"

Papa Hannes (Jan Josef Liefers) erinnert sich. "Ich sag euch was: Kinder sind wunderbar. Solange sie klein und niedlich sind." Mit "Das Pubertier" bringt Leander Haußmann den Roman von Jan Weiler ("Maria, ihm schmeckt’s nicht") auf die Leinwand, eine Komödie um die Nöte eines "Helikopter"-Papas, der ständig um die 14-jährige Carla schwirrt.

DORTMUND

, 13.07.2017, 16:40 Uhr / Lesedauer: 1 min
Wenn Papa Liefers ständig um die Tochter schwirrt

Ist das Aufklärungsbuch geeignet für Carla? Heike Makatsch und Jan Josef Liefers als besorgte Eltern.

War das schön mit der Tochter, als sie noch ein Dreikäsehoch war, dem er Gute-Nacht-Geschichten vorlesen konnte. Sie war so goldig, drollig, liebenswert. Aus süßen Spatzen werden bockige Teenager, die ihren eigenen Kopf haben. Geboren ist der pubertierende Backfisch, der besorgten Eltern das Leben schwer macht.

Soll man den "Pubertieren" lange Leine geben oder sie an die Kandare nehmen? Wohin Ersteres führt, beobachtet Hannes bei einem befreundeten Ehepaar (Detlev Buck und Kabarettistin Monika Gruber): Deren Sohn hat sich zu einem Frechdachs entwickelt, der die Eltern "Benimm-Nazis" nennt und auf Regeln pfeift.

Liefers und Makatsch als Eltern

Dann lieber doch eine Erziehung nach festen Grundsätzen, denkt Hannes. Bremsen lassen will er sich auch nicht von seiner Frau (Heike Makatsch), die für Gelassenheit plädiert.

Okay, Carla (Harriet Herbig-Matten) darf eine Party schmeißen. Aber Papa bleibt als Anstands-Wauwau daheim. Dass die Party trotzdem aus dem Ruder läuft, liegt nicht an den Schülern. Hannes kraxelt spionierend an der Fassade herum. Der von Buck gespielte Hausfreund genehmigt sich Hasch. Es sind die Alten, die über die Stränge schlagen.

Ein dramaturgischer Sturm im Wasserglas

Haußmanns Film ist ein Komödienschwank, Familienunterhaltung ohne Ecken und Kanten. Dramaturgisch sehen wir einen Sturm im Wasserglas, denn Carla ist in keiner Weise ein Problemkind. Gefällige Typenkomik und moderate Sitcom-Momente wechseln sich ab.

Kleinere Turbulenzen sind künstlich aufgeblasen, etliche Kaspereien sind lächerlich, nicht lustig. Seichtes, ausrechenbares Wohlfühl-Kino.

 

Lesen Sie jetzt