Weppelmanns Karottenkrieger

Foto-Shooting für Gartenakademie

Im Weltraum greifen die Klonkrieger an, in Münster die Karottenkrieger. Sie sammeln sich auf dem Gehweg vor einem libanesischen Restaurant. Ihr Ziel: die Weltherrschaft über den Mittelstreifen der Steinfurter Straße.

07.08.2014, 18:42 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wilm Weppelmann beim Foto-Shooting auf der Steinfurter Straße.

Wilm Weppelmann beim Foto-Shooting auf der Steinfurter Straße.

Für sein Plakat wollte er dennoch kämpferische Garten-Rebellen. Daher bat er Bärbel Nielebock, ihm bei den Kostümen zu helfen. „Ich habe mich mal umgeschaut, wie Krieger heute in Computerspielen wie ,World of Warcraft‘ aussehen“, sagt die Designerin. Dann entschied sie sich für hautenge Blätterkleider mit „Patronengürteln“ aus Möhren vor der Brust. Unter den drei Kriegern ist Wilm Weppelmanns Assistentin Yumiko Okano. Die beiden anderen – Jasmin Schwan und den groß gewachsenen Pap Oumar – hat er kurzfristig auf dem Wochenmarkt angesprochen. „Ich habe dort Kaffee getrunken, als Wilm Weppelmann mich gefragt hat“, erzählt Jasmin Schwan. Der Künstler war eigentlich auf den Markt gegangen, um das Gemüse für die Kostüme zu kaufen, denn: „So schöne gerade Möhren sind mir in meinem Garten noch nie gelungen.“

Nun stehen die grünen Guerilleros auf dem Bürgersteig, und Bärbel Nielebock legt letzte Hand an. „Lass da mal den Sellerie hängen, das ist gut“, ruft sie. Den bunten Hemdkragen von Pap Oumar will Weppelmann nicht auf dem Foto sehen, der wird schnell unter riesige Kohlblätter gestopft. Schließlich schnappen sich die Krieger Sichel und Axt, gehen auf den Mittelstreifen und blicken dramatisch. Sie sehen aus wie durchgedrehte Druiden. Weppelmann stellt im Berufsverkehr sein Stativ auf die Fahrbahn und hofft, dass er überlebt. „Man sieht die Axt nicht, halt die mal anders“, ruft Bärbel Nielebock über die Autos. Es ist schwierig, aber die Gartenkünstler haben starke Nerven. Und das Motiv ist ein Knüller. Außerdem wird das Foto-Shooting für die Gartenakademie 2016 bestimmt entspannter: Da geht es um China und um gesittete Auftritte vor hübschen Pagoden.

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