Wer zeichnet Donald Duck und Micky Maus?

Disney-Ausstellung in Oberhausen

Walt Disney ist schon seit 1966 tot. Aber Donald Duck, Micky und ihre Freunde leben weiter. Da stellt sich doch die Frage, wer den Enterich und seine Freunde eigentlich heute zeichnet? Die Ausstellung "Oberhausen - Entenhausen" gibt darauf kluge Antworten. Davon abgesehen ist die Ludwig-Galerie Schloss Oberhausen schlichtweg der Himmel für Disney-Fans.

ENTENHAUSEN

, 22.09.2016, 18:02 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wer zeichnet Donald Duck und Micky Maus?

Die Disney-Ausstellung in Oberhausen lockt mit Hunderten von Exponaten.

Und das sind wir wohl alle, oder? Mit den "Lustigen Taschenbüchern", die den Besucher in der Eingangshalle begrüßen, dürfte jedes Kind aufgewachsen sein. So stürzt man sich mit Begeisterung auf die Riesenschau, die über alle drei Etagen geht und 253 Rahmen mit 448 Einzelblättern präsentiert. "Die Sachen in den Vitrinen haben wir noch gar nicht gezählt", sagte Museumsleiterin Christine Vogt zu der Fülle von Zeichnungen, Druckprodukten und Gemälden von sechs Disney-Zeichnern. Die Lektüre macht viel Spaß. Aber der Besucher muss bereit sein, die Comics im Stehen zu lesen.

Junge und alte Meister

Ina Brockmann und Peter Reichelt aus Mannheim haben die Werke der drei berühmtesten Disney-Altmeister nach Oberhausen ausgeliehen. Also die Arbeiten des legendären Carl Barks, von Floyd Gottfredson und Al Taliaferro, dessen Frau Vorbild für Daisy Duck gewesen sein soll. Ina Brockmann erzählte anlässlich der Vorstellung der Schau von ihrem Besuch bei Lucy Taliaferro in Glendale (USA). "Ich habe doch gewissen Ähnlichkeiten mit Daisy festgestellt", schmunzelte Brockmann. Die Dame sei sehr sympathisch gewesen, habe aber ab und zu "leichte Spitzen" geäußert.

Die Mannheimer Sammlung beschert der Schau viele Kostbarkeiten - etwa die Vorzeichnung jenes Comics, in dem Donalds Neffen Tick, Trick und Track zum ersten Mal auftauchten. Bis heute ist zum Schreien komisch, wie das Trio erst Donalds Türklinke unter Strom setzt, ihm dann einen Eimer Wasser über den Kopf kippt und sich dann erst vorstellt. Frech!

Don Rosa wird kultisch verehrt

Während Walt Disney zu Lebzeiten die Namen der Zeichners verschwieg, werden sie heute kultisch verehrt - wie etwa Don Rosa, der mit dem Konzern viel Streit hatte. Daneben würdigt die Schau auch den genialen Strich des Titelseiten-Königs Ulrich Schröder, geboren in Aachen. Jan Gulbransson, Enkel des "Simplicissimus"-Zeichners, hat die exklusive Lizenz für lange Donald-Duck-Geschichten in Deutschland.

Trotz dieses großen Ausstellungs-Vergnügens macht nachdenklich, dass in den USA die Comics durch ein extrem strenges Copyright-Gesetz - genannt "Lex Micky" - geschützt sind. Wer dort im Auftrag von Disney zeichnet, hat wenig Rechte an den Bildern. Ina Brockmann betonte jedenfalls: "Eine solche Schau wäre in den USA nicht möglich.

Ludwig-Galerie Schloss Oberhausen: "Entenhausen>>Oberhausen", 25.9.2016-15.1.2017, Di-So 11-18 Uhr, Eintritt 8, Familien 12 Euro, Broschüre 4 Euro. Eröffnung am Samstag (24.9.), 19 Uhr, mit Ulrich Schröder.