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Ein europäischer Moment

BAILLEUL/WERNE Ein kleines Stück großer europäischen Geschichte schrieben am Samstag die beiden Städte Bailleul und Werne. In einem denkwürdigen Festakt bekräftigten sie nicht nur die seit 40 Jahren währende Partnerschaft der beiden Städte in Frankreich und Deutschland, sie versicherten sich auch anhaltende, gegenseitige Freundschaft.

von Von Hubert Kramer

, 25.11.2007

Michel Gilloen, der neue Bürgermeister der französischen Partnerstadt, hat neuen Schwung in die guten Beziehungen gebracht. Gern folgte deshalb am frühen Samstagmorgen eine etwa 50-köpfige deutsche Delegation der Einladung zur Jubiläumsfeier in der französischen Partnerstadt.

Wernes Bürgermeister Rainer Tappe zeigte sich gut vorbereitet. Unter großem Beifall der Festgesellschaft beschwor er in seiner Festrede den europäischen Gedanken der Städtepartnerschaften. Vorreiter dieser Bewegung seien vor 40 Jahren Bailleul und Werne gewesen.

Utopisches Ziel?

"Als deutsche Städte mit anderen europäischen Städten die ersten Partnerschaften eingingen, da lag der Zweite Weltkrieg noch nicht lange zurück", erinnerte er an die Geschichte. Sich damals für Verständigung und für ein friedliches, geeintes Europa einzusetzen, sei nicht wenigen wie ein utopisch anmutendes Ziel vorgekommen. "Heute können wir feststellen, dass wir in Europa dem Ziel der ersten Stunde sehr nahe gekommen sind", sagte der Werner Bürgermeister. Westeuropa blicke auf die längste Friedensperiode zurück, die unser Kontinent je gekannt habe.

"Es lebe die Freundschaft"

Ein bewegender Moment trat ein, als Tappe die Schlussworte sprach: "Vive lámitie?- es lebe die Freundschaft." Nur wenige Sekunden später erklang die deutsche, und wenig später die französische Nationalhymne: Da war der vielfach beschworene europäische Geist greifbar.

Nicht weniger bedacht mit Beifall wurde der Gastgeber, Bailleuls Bürgermeister Michel Gilloen. "Es ist uns gelingen, unsere Ideale an unsere Jugendlichen weiterzugeben, die da heißen: Frieden, Brüderlichkeit, Solidarität und Respekt voreinander", forderte er, "fahren wir fort, die Begegnungen zwischen unseren Völkern zu fördern bei Veranstaltungen, Gedenkfeiern und Festen." Ähnlich äußerte sich Gudrun Holtrup, die Vorsitzende des Internationalen Clubs Werne. "Das Damals war geprägt von der Vergangenheit, im Heute sind wir angehalten, die jungen Menschen für die Partnerschaft zu begeistern", betonte sie.

Sie sah sich damit im Einklang mit der Festgesellschaft - und auch mit Wernes ehemaligem Bürgermeister Wilhelm Lülf, der nicht nur diese Partnerschaft mit leidenschaftlichem Engagement vorangetrieben hat.

 

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