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Sexueller Missbrauch im Internat des Gymnasiums St. Christophorus

Arnsteiner Patres

WERNE Der Skandal um Missbrauchsfälle in katholischen Schulen weitet sich aus. Am Gymnasium St. Christophorus ist es in den 50er, 60er und 70er Jahren mit höchster Wahrscheinlichkeit zu schwerem sexuellem Missbrauch von Jungen gekommen.

von Von Dennis Werner

, 31.03.2010

Zwei Mitglieder des Ordens der Arnsteiner Patres sollen sich in der Zeit, als die Schule noch ein Jungeninternat war und dem Orden unterstand, an mehreren Schülern vergangen haben. Außerdem waren Prügelstrafen und unsittliche Berührungen an der Tagesordnung. Entsprechende Informationen unserer Redaktion bestätigte das Oberhaupt des Ordens in Deutschland, Provinzial Heinz-Josef Catrein. Mindestens drei Opfer seien sexuell missbraucht worden. Die meisten Fälle stammten aus den späten 50er Jahren und aus dem Jahr 1966. Er habe jedoch auch Meldungen von Übergriffen aus den 70er Jahren, erklärte Catrein. Strafrechtliche Ermittlungen hat es nie gegeben. Die beiden Patres, denen sexueller Missbrauch vorgeworfen wird, sind bereits verstorben. Daher sei die Aufklärung der Fälle sehr schwierig, sagte der Provinzialprior.Die Fälle habe er der Sonderkommission des Bistums in Münster gemeldet. Er selbst stehe in engem Kontakt mit sieben Opfern. „Was ich da höre, macht mich wütend. Ich spüre noch heute ein kollektives Schamgefühl“, sagte er. Die Opfer und der Orden hätten ein großes Interesse an der Aufarbeitung. Mehrere Opfer hatten gegenüber unserer Redaktion übereinstimmend von ihren schlimmen Erlebnissen berichtet. Der Orden hat keinen Zweifel an ihren Aussagen. Das Gymnasium wurde 1952 durch die Arnsteiner Patres gegründet und unterstand dem Orden bis 1982. Dann übernahm das Bistum Münster die Trägerschaft. Bis 1966 ware die Schule ein reines Jungeninternat. Die Arnsteiner Patres lehren nicht mehr an der Schule, die heute einen sehr guten Ruf genießt.

Am Mittwochnachmittag gaben das Bistum Münster und die Arnsteiner Patres bekannt, einen Ordenspriester der Arnsteiner Patres wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch aus dem Dienst entbunden zu haben. Dieser Fall hat nichts mit den früheren Vorgängen am Christophorus-Gymnasium zu tun.

Der jetzt suspendierte Geistliche war zuletzt als Seelsorger im Bistum Münster tätig. Bis zur Klärung der Vorfälle habe Provinzial Heinz-Josef Catrein den Mitbruder in ein Kloster außerhalb des Bistums Münster berufen, hieß es. Auffällig ist der Zeitpunkt der Veröffentlichung durch das Bistum Münster und die Arnsteiner Patres. Er könnte im Zusammenhang mit den Recherchen unserer Redaktion stehen.

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