Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Nach dem Gülle-Unfall schwimmen deutlich weniger Fische in der Horne

Experte zählt Fische im Gewässer in Werne

Die Horne hat es schwer getroffen: Nach dem großen Fischsterben am vergangenen Donnerstag hat Fischereiberater Michael Prill am Samstag eine Zählung durchgeführt. Das Ergebnis war ernüchternd.

Werne

16.04.2018
Nach dem Gülle-Unfall schwimmen deutlich weniger Fische in der Horne

Michael Prill machte nach dem Fischsterben eine Bestandsaufnahme in der Horne. © Karolin Mersch

Am Donnerstag sind in der Horne Hunderte Fische verendet. Forellen, Barsche, Döbel, Gründlinge und andere Arten. Experten schätzten, dass mehrere hundert Tiere starben.

Constanze Rauert, Sprecherin des Kreises Unna, teilt für die Untere Wasserbehörde mit, dass die Ursache wohl in einen Gülle-Unfall liegt. „Die Beweislage ist aber schwierig“, sagt Rauert. Einen undichten Gülletank aber habe es am Donnerstagmorgen auf einem landwirtschaftlichen Hof gegeben. „Das wurde uns auch sofort gemeldet.“ Ob der Gülle-Unfall tatsächlich ursächlich für das massive Fischsterben ist, stehe nicht zu hundert Prozent fest, weil sich die Gülle im Wasser schnell verflüssige. „Aber die Vermutung liegt natürlich nahe“, sagt Rauert. Gülle lässt die Fische ersticken.

Bestandsaufnahme am Wochenende

Um genauer zu klären, wie viele Fische starben, fand am Samstag eine Fischzählung statt. Und das Ergebnis war ernüchternd.

87 Prozent weniger Fische als vor zwei Jahren schwammen in dem Gewässer. Das ist das Ergebnis des Fischereiberaters nach der Zählung am Samstag. Mit der Methode des Elektrofischens zählte der Fischexperte mithilfe von Werner Zicke und Friedhelm Bock vom Angelsportverein Werne-Lippetal die restlichen lebendigen Fische.

Stichlinge haben nicht überlebt

Mit einem speziellen Kescher wurde eine Spannung aufgebaut, die die Fische direkt in das Netzen leiteten. „Dabei ist wichtig, dass die Fische nicht in Elektronarkose fallen“, erklärte Prill. Mit Reglern konnte er die richtige Spannung dazu wählen.

Schon nach kurzer Zeit fanden die Fischliebhaber die ersten Tiere: Vor allem Dreistachlige Stichlinge hatten den Gülle-Einfluss überlebt. Auch einige Schaulustige fanden sich am Ufer wieder, wie Stefanie Schneider mit ihren Kindern Vitus und Mathis. Die Jungs hatten am Donnerstag beim Spielen viele tote Fische entdeckt.

„Meine Söhne sind sehr an der Horne interessiert und wollen sich das Ganze jetzt ansehen“, erzählte Schneider. Die Sieben- und der Neunjährige gingen so nah wie möglich ran und bestaunten die Arbeit der Experten mit großen Augen.

Überraschende Entdeckung

Auch wenn das Ökosystem sehr aus dem Gleichgewicht geraten ist und gravierend weniger lebende Tiere zu finden waren, konnte sich Prill ein wenig freuen. „Wir haben sechs Groppen gefunden. Diese sind selten und ganzjährig geschützt“, berichtete er.

Andere Arten hat es nicht so gut getroffen: Weder Hasel noch Quappen haben die Gewässerverschmutzung überlebt. Besonders ärgerlich ist der Verlust der Quappen, für dessen Ansiedlung Prill über fünf Jahre verwendet hat. Wie schnell sich der Bach erholen wird, dazu kann der Experte keine genaue Prognose geben. „Im Herbst werden wir wieder eine Elektrofischung durchführen und sehen, wie sich der Bestand erholt hat“, kündigte er an.

Lesen Sie jetzt

Tote Fische in der Horne

„Wir reden hier nicht nur von 200 Fischen!“

Tote Fische treiben am Donnerstagmittag auf der Oberfläche der Horne zwischen Hornemühle und Saline. Das Wasser ist trüb. Es sind Hunderte, die an diesem Tag verendet sind. Die Untere Wasserbehörde des Von Vanessa Trinkwald

Lesen Sie jetzt