Westerfilder Häuser in Schieflage: Hilfe nicht in Sicht

MENGEDE Schulterschluss mit den gebeutelten Mietern in Westerfilde übte am vergangenen Mittwoch die Bezirksvertretung (BV) Mengede. Das Fazit nach zweistündiger Diskussion war aber dennoch ernüchternd: Denn wirklich helfen kann den Betroffenen niemand.

von Von Beate Dönnewald

, 29.01.2009, 16:33 Uhr / Lesedauer: 2 min
Vor allem in den Großsiedlungen fühlen sich viele Westerfilder Bürger nicht mehr sicher. Ihre Ängste sind laut Polizei aber unbegründet.

Vor allem in den Großsiedlungen fühlen sich viele Westerfilder Bürger nicht mehr sicher. Ihre Ängste sind laut Polizei aber unbegründet.

Viel mehr Mut konnte auch Hans-Peter Neuhaus, Leiter des Amtes für Wohnungswesen, den Mietern nicht machen, die unter den Leerständen, Renovierungsstaus und den Eigentümerwechseln leiden. Hauptgrund für die Ohnmacht der Stadt, so Neuhaus, sei die fehlende Zweckentfremdungsverordnung. „Die muss die Landesregierung wieder installieren, nur dann können spekulative Wohnungskäufe von Immobilienhaien verhindert werden.“ Dennoch lasse sein Amt nichts unversucht, um den Westerfildern zu helfen. Dazu zählen eine kürzlich durchgeführte Quartiersanalyse genauso wie die permanenten Versuche, mit den Eigentümern ins Gespräch zu kommen. Letzteres sei aber sehr schwierig, da sich die Eigentümer im Ausland aufhalten und keine Kooperationsbereitschaft zeigen würden.

„Als Wohnungsamt können wir auch nicht einfach den Abrissbagger schicken“, kommentierte Neuhaus die CDU-Forderung nach einem Rückbau der Hochhäuser. Genauso wenig sei sein Amt personell in der Lage, alle Wohnungen auf Mietmängel zu untersuchen. Auch eine Mietminderung, die die Politiker vorschlugen, helfe nicht wirklich, weil sich an der baulichen Situation dadurch nichts ändern würde. „Ich habe momentan keine Lösung im Ärmel, wie wir die Situation verbessern können“, so Neuhaus.

  • Eine Fortsetzung der Diskussion fand gestern Abend während der Sitzung des Mieterbeirats statt, zu der der Cash-Flow-Manager der Tower AG (Eigentümer) und ein Vertreter der Wohnungsverwaltung Treureal erwartet wurden. Einen Bericht dazu lesen Sie in der Samstagsausgabe.
  • Wie groß das Leerstandsproblem ist, verdeutlichte Monika Hohmann, Sprecherin des Mieterbeirats, mit zwei Beispielen: So seien im Bereich Kiepe/Luftschacht in einem Hochhaus 6 von 32 und in einem anderen 12 von 32 Wohnungen vermietet.
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