Widmann-Mauz will Arbeitsverbot für Asylbewerber lockern

Coronavirus

In der Landwirtschaft und anderswo fehlen wegen der Corona-Krise Arbeitskräfte. Die Integrationsstaatsministerin plädiert dafür, das Arbeitsverbot für Asylbewerber vorübergehend aufzuheben.

Berlin

30.03.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Arbeitskräfte in der Landwirtschaft werden dringend gebraucht.

Arbeitskräfte in der Landwirtschaft werden dringend gebraucht. © picture alliance/dpa

Integrationsstaatsministerin Annette Widmann-Mauz (CDU) hat Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) aufgefordert, das Arbeitsverbot für Asylbewerber und Geduldete aufzuheben und damit coronabedingte Personalengpässe in manchen Branchen abzufedern.

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„Jetzt wird jede helfende Hand gebraucht. Deshalb ist es richtig, wenn wir jetzt Asylbewerbern und Geduldeten befristet ermöglichen, als Erntehelfer oder in der Lieferkette zu arbeiten“, sagte Widmann-Mauz dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Arbeitsverbote passen nicht in die aktuelle Situation.“

Abschiebungen derzeit schwierig

Ohnehin sei es derzeit schwer, Rückführungen durchzuführen. „Wir sollten jetzt schnell und beherzt entscheiden und alle gesetzlichen und untergesetzlichen Spielräume dazu nutzen, denn unsere Landwirtschaft ist auf dieses Potenzial angewiesen.“

Auch Agrarministerin Julia Klöckner hat sich dafür ausgesprochen, Asylbewerbern nun das Arbeiten zu erlauben. Landwirte befürchten, dass wegen der Reisebeschränkungen in ganz Europa ein Großteil ihrer Erntehelfer wegbleibt. Die meisten kommen für die Erntesaison aus Ländern wie Rumänien und Bulgarien.

Auch Pfleger werden nach wie vor dringend gesucht.

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