Wie der Orient Schumacher und Baumeister bewegte

Emil Schumacher Museum

Das Gilgamesch-Epos war zur Zeit seiner Entdeckung im 19. Jahrhundert eine Sensation. In Keilschrift auf Tontafeln im fünften Jahrtausend vor Christi Geburt verfasst, gilt die Geschichte als älteste Erzählung der Menschheit. In den späten 1940er-Jahren inspirierte sie den damals jungen Emil Schumacher (1912-1999) und den reifen Künstler Willi Baumeister (1889-1955) - unabhängig voneinander.

HAGEN

, 10.11.2016 / Lesedauer: 2 min
Wie der Orient Schumacher und Baumeister bewegte

Willi Baumeister beschäftigte sich in seinem Spätwerk besonders intensiv mit dem Gilgamesch-Epos.

"Gilgamesch - Baumeister und Schumacher" ist der Titel der neuen Schau im Emil-Schumacher-Museum Hagen, die am Sonntag eröffnet wird und die Werke beider Künstler gegenüberstellt.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen zwei jeweils zehnteilige Bilderreihen, die die Irrfahrten des Gilgamesch und seine Such nach der Unsterblichkeit nachzeichnen.

Baumeisters Lithografien und Schumachers Holzstiche stellen dar, wie zwei Generationen von Künstlern der Nachkriegsmoderne die altorientalische Dichtung in Bildern umsetzten.

"Besonders klar lässt sich anhand der Arbeiten sehen, wie der junge Emil Schumacher noch in einem Prozess steckte, seinen figurativen Stil weiter in einen abstrakten zu führen", sagt Rouven Lotz, der wissenschaftliche Leiter des Museums. Baumeisters Bilder entstanden hingegen wenige Jahre vor dessen Tod.

Seltene Reihe 

Es sind Bilder eines Künstlers, der sich vollständig der Abstraktion hingegeben hat. Die Realisation der Schau war nicht ganz einfach, wie Rouven Lotz einräumt.

"Schumacher hat seine Bilder der Reihe zwar mit Zahlen im Titel versehen, aber diese haben für die erzählerische Reihenfolge keine Bedeutung."

Um die zehn Blätter Schumachers für die Ausstellung zusammenzuführen, mussten Kontakte zu öffentlichen und privaten Sammlungen genutzt werden. Eine der Leihgaben kommt aus Frankreich.

Die Mühen haben sich gelohnt, erstmals seit 50 Jahren ist die Gilgamesch-Reihe wieder komplett zu sehen. Zusammen mit der ebenfalls aktuell laufenden Schau "Karel Appel - Der abstrakte Blick" (bis 15.1.2017) präsentiert das Museum derzeit Werke der drei bedeutendsten Künstler der Nachkriegsmoderne unter seinem Dach.

Emil-Schumacher-Museum Hagen: "Gilgamesch - Baumeister und Schumacher", 13.11.2016 Eröffnung 11.30 Uhr)-26.2.2017, Di, Mi/Fr 10-17 Uhr, Do 13-20 Uhr, Sa/So 11-18 Uhr, Katalog 9,90 Euro.