Wie Hombruch zu dem wurde, was es heute ist

Stadtteil-Geschichte

Es gibt in Hombruch eine geologische Besonderheit, ohne die Hombruch nicht das geworden wäre, was es heute ist. Heinz-Ludwig Bücking, Bergbau-Experte des Hombrucher Geschichtsvereins, erklärt, was den Stadtbezirk historisch geprägt hat.

Hombruch

, 08.06.2017, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wie Hombruch zu dem wurde, was es heute ist

Auf dieser Karte aus dem Jahr 1827 sieht man den Domänenwald auf der linken Seite. Dass dieser Wald an dieser Stelle überhaupt entstanden ist, liegt an einer geologischen Besonderheit in Hombruch. Was die genau ausmacht, hat uns Heinz-Ludwig Bücking erklärt. Er hält heute (Freitag, 9.6.) auch einen Vortrag über die Ursprünge Hombruchs.

Also: Wo ist der Anfangspunkt der Hombrucher Geschichte? Bei dieser Frage, so Bücking, sind wir wieder bei der geologischen Besonderheit – und somit ein paar Millionen Jahre zurück in der Geschichte. Rund 320 Millionen Jahre, um etwas genauer zu sein.

Willkommen im Grundkurs Geologie: Heinz-Ludwig Bücking ruft auf seinem Laptop eine Präsentation auf und zeigt sich verschiebende Erdschichten im Zeitraffer. Ziemlich kompliziert sind die Details, verkürzt – und für den Laien erklärt – war es ungefähr so: Vor diesen vielen Millionen Jahren bildeten sich auf dem Urkontinent der Erde die Steinkohleflöze aus – das geschah südlich des Äquators. Durch das Auseinanderdriften des Urkontinents erhielt die Erde ihr heutiges Aussehen.

Die Steinkohleflöze allerdings vorschoben sich zum Teil auf der Weltkugel von Süden nach Norden. „Anschließend wurden sie aufgefaltet, teilweise wieder abgetragen und von Meeresablagerung überdeckt“, so Heinz-Ludwig Bücking.

Flöz „Hugo“

In Hombruch, so zeigt es ein Schichtenquerschnitt, den Bücking parat hat, bildet das später „Hugo“ genannte Flöz eine ziemlich flache Mulde. Über und unter der Kohlenschicht hat sich Schieferton abgelagert. Das Flöz und die darunter liegenden Kohleschichten bestehen aus sogenannten Fettkohlen: Das wird später wichtig für die Region, weil aus diesen Kohlen Koks gewonnen werden kann, die Grundlage für die Entwicklung Hombruchs zum Industrieort.

Bevor es dazu kommt, haben die Schichten über und unter dem Flöz aber noch andere Auswirkungen: Auf einer ziemlich großen Fläche, wo der Regen durch die wasserstauenden Tonmineralien nicht gut in den Untergrund versickern kann, entsteht, da wo jetzt Hombruch liegt, ein Sumpfgebiet. Stileichen gedeihen hier besonders gut. Der Domänenwald entsteht, das Hochmoor, ein „Hoher Bruch“, der dem nicht einmal 200 Jahre alten Stadtbezirk schließlich seinen Namen gibt: Hombruch.

„Sie müssen in Hombruch ja nur irgendwo ein Loch graben“, erklärt Heinz-Ludwig Bücking das Phänomen lächelnd und bewusst verkürzt, „erst kommt Kohle und dann ganz schnell Wasser.“

Und das war eben – in der jüngeren Hombrucher Geschichte, in der sich der besagte Domänenwald immer mehr und mehr besiedelte – immer schon so. Deshalb hat der Bergbau in der Gegend um Hombruch schon sehr früh begonnen. Klar, sagt Heinz-Ludwig Bücking, jede Ruhrgebietsstadt halte sich für die erste Bergbaustadt. Als Dortmunder ist er aber der Ansicht, dass es hier besonders früh losging. Erste Nachweise gibt es bereits 1296 in Schüren.

Kohlengraben im Mittelalter

Freilich sah Bergbau in dieser Zeit noch ein bisschen anders aus als in seinen Hochzeiten. Im Mittelalter betrieb man vornehmlich Kuhlenbergbau. Das heißt, man hat ein Loch gegraben, die Kohle abgetragen bis Wasser kam und dann wieder ein Loch gegraben und so weiter gemacht, bis man nicht mehr weiterkam. „Dieses Kohlengraben ist nicht besonders effektiv“, sagt Heinz-Ludwig Bücking. Es gab dann im Laufe der Jahre immer neue Ansätze. Zum Beispiel wurden Entwässerungsstollen gebaut.

Aber: Wann ging es in Hombruch denn so richtig los mit dem Bergbau? Das, so sagt es Heinz-Ludwig Bücking, war so um 1700 der Fall. „Die Freiherren von Romberg und unser Freund Friedrich Harkort haben einiges hierzu auf den Weg gebracht“, sagt Heinz-Ludwig Bücking.

Und damit macht er ein ziemlich bedeutendes Kapitel der Hombrucher Geschichte auf. Über die Montangeschichte des Stadtbezirks, die bedeutenden Persönlichkeiten und wegweisenden Entwicklungen Hombruchs spricht Heinz-Ludwig Bücking am Freitag (9. 6.) anlässlich der Feier zum 190-jährigen Geburtstag des Stadtteils. Ab 18 Uhr hält er im Saal der Bezirksvertretungsstelle, Domänenstraße, einen Vortrag darüber, wie Hombruch entstand und zu einem der „dreckigsten“ Industrieorte Dortmunds wurde.

Der Geschichtsverein Hombruch hat sich im vergangenen Jahr gegründet. Er kümmert sich um die Aufarbeitung der Heimatgeschichte – und ist dazu immer auf der Suche nach Erinnerungen, alten Fotos, Dokumenten oder anderen Relikten aus der Hombrucher Geschichte. Wer etwas beisteuern kann, meldet sich beim Hombrucher Geschichtsverein unter Tel. 97 61 95 72 oder per Mail an Hombrucher-Geschichtsverein@gmx.de

Schlagworte: