Wie mit Mufflon Hermann jetzt umgegangen wird

Wende im Umweltausschuss

Unter dem Tagesordnungspunkt 5.7 war der Muffelwidder Hermann am Mittwoch Thema im Umweltausschuss. Auf veröffentlichten Fotos von dem Tier, das sich einen Garten an der Wittbräucker Straße als Domizil ausgesucht hat und dort verschwinden soll, entdeckte ein Experte etwas sehr Interessantes.

HOLZEN

, 30.03.2017 / Lesedauer: 2 min
Wie mit Mufflon Hermann jetzt umgegangen wird

Mufflon Hermann wird nach Schleswig ziehen.

Erwin Fischer, Leiter der zuständigen Unteren Jagdbehörde, konnte als Referent im Ausschuss seine Überraschung nicht verbergen. Es sei schon erstaunlich, wie so ein einzelner Schafbock berühmt werden kann. Und: Sein großformatiges Foto in den Ruhr Nachrichten hatte für Hermann einen langfristig positiven Effekt.

So war aufgefallen, dass Hermann krank ist. Seine Klauen sind zu lang, was, so Fischer weiter, mit der ursprünglichen Heimat von Mufflons zu tun hat: Die Tiere stammen ursprünglich aus Korsika und leben dort auf Felsen, an denen sie ihre Klauen abreiben.

In Dortmund sind Felsen eher selten, die Klauen sind zu lang und müssen jetzt also behandelt werden. In diesem Fall greift, so der Experte, nicht mehr das Jagd-, sondern das Tierschutzgesetz. Hermann, so Fischer, soll jetzt eingefangen und behandelt werden. „Wenn man ihn gefangen hat, kann man“, so Fischer weiter, „das Problem endlich final lösen.“

Zwei Dinge sind unklar

Final heißt in diesem Fall, dafür zu sorgen, dass das Tier nicht wenige Tage später wieder in dem Garten auftaucht. Zwei Dinge allerdings sind unklar: Warum Hermann von seiner Herde getrennt wurde. Und: Zu welcher Herde er eigentlich gehört, denn neben einer im Grenzgebiet von Dortmund und Witten gibt es laut Fischer eine weitere in Schwerte-Ergste auf der anderen Seite der Ruhr. Und Mufflons können gut schwimmen. „Wir wissen nicht, zu welcher Herde Hermann gehört und können das Tier auch nicht fragen.“

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So wird Hermann also, nachdem er gefangen und behandelt wurde, verladen und zu einer Herde nach Norddeutschland gebracht. So, wie es die Tierschutzorganisation Arche 90 bereits vor mehreren Wochen angeregt hatte, und so, wie es in einem entsprechendem Antrag des Gartenbesitzers angeregt wurde.

Arche 90 hatte den Plan, Hermann auf eigene Kosten einfangen und nach Norddeutschland bringen zu lassen. Die Stadt hatte dem Plan zunächst widersprochen, da dieses Vorhaben durch das Jagdrecht nicht gedeckt war und man einen Präzedenzfall vermeiden wollte.

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