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Wie sich Teilen anfühlt

SCHARNHORST Zwei Püppchen stehen auf dem Fensterbrett der Regenbogen-Gruppe. Wie eingefroren verharren sie in der bedeutsamen Szene: St. Martin teilt seinen Mantel mit einem Bettler. Die Kindertagesstätte am Mackenrothweg bringt ihren Jungen und Mädchen das Teilen in einem besonderen Projekt nahe.

von Von Hilke Schwidder

, 09.11.2007
Wie sich Teilen anfühlt

Kristina (4) und Kevin (5) mit den Gästen aus Kokosmakronen-Teig: Diese Kekse haben die Kinder selbst gebacken und zugunsten der Tafel an ihre Eltern verkauft. Die Aktion bringt ihnen die Symbolik der Martinslegende näher.

Dass der Martinstag mehr ist als nur ein Anlass zum fröhlichen Laternenumzug - das wissen die Jungen und Mädchen aus der Kindertagesstätte am Mackenrothweg 11 genau.

Erzieherin Kerstin Kloske lächelt. "Wir spielen die Geschichte natürlich gern nach." Und doch falle es ihren Schützlingen immer wieder schwer, die symbolische Bedeutung der Martins-Legende konkret auf den Alltag zu übertragen.

Ein besonderes Projekt soll das nun ändern: Die Scharnhorster Regenbogen-Kinder teilen selbst. Und zwar mit den Kunden der Dortmunder Tafel. "Mit Leuten, denen es nicht so gut geht wie uns", stellt die vierjährige Kristina ohne langes Überlegen fest. Gemeinsam haben die Kinder Makronen-Teig zu Gänsen modelliert und Stück für Stück an die Eltern verkauft. "Alle haben sich beteiligt", freut sich Kerstin Kloske. "Keine Mutter, kein Vater ist einfach an unserem Keksteller vorbeigegangen."

Kinder bringen Erlös persönlich zur Tafel

Zufrieden wiegt die Erzieherin den samtroten Sammelbeutel in ihrer Hand, zählt schnell die letzten Kekse durch. Dann schätzt sie: "Das sind 14 Euro, vielleicht." Im Bauch des Beutels klimpert es leise und Kerstin Kloske lächelt noch einmal. "Uns geht's ja weniger um die Höhe der Spende als um den Einsatz."

Die Regenbogen-Kinder jedenfalls wissen nun, wie sich Teilen anfühlt: gut. Am Montag bringen sie ihren Erlös persönlich zur Tafel an der Osterlandwehr.

Und Kristina stellt auch bereitwillig fest, warum das so wichtig ist: "Weil nicht jeder einfach in den Supermarkt gehen und sich kaufen kann, was er haben will."