Wie zwei Stühle zu einer Bank wurden

Am Sandkopf

Dies ist eine wahre Geschichte von zwei Stühlen, so wie Frank Trendelkamp sie erlebt hat und die sich lohnt, einmal weitererzählt zu werden.Denn am Ende wird aus zwei Stühlen eine Bank.

APLERBECKER MARK

, 05.01.2017, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wie zwei Stühle zu einer Bank wurden

Genießen die Aussicht vom Sandkopf: (v.l.) Frank Trendelkamp, Nachbarin Silke Altin und der „Bankbeauftragte“ Dirk Ortmann.

„Am ,Sandkopf‘, einer der höchsten Stellen der Aplerbecker Mark, nahe der Busschleife an der B236, hat man einen wunderschönen Ausblick in Richtung Süden“, berichtet der Dortmunder. „Vor allem in den Wintermonaten kann man dort herrliche Sonnenaufgänge erleben.“

Irgendwann ist bei ihm schließlich der Gedanke gereift, es sich selbst, Nachbarn und Besuchern beim Genießen der Umgebung leichter zu machen und stellte zwei Gartenstühle auf. „Aus den Gesprächen mit anderen Spaziergängern hörte man viel Freude über diese Idee“, berichtet Trendelkamp. Und schmunzelt immer noch darüber, dass andere Anwohner über das „große Geheimnis“ spekuliert haben, wer die Stühle denn dort aufgestellt haben könnte.

Ärger über „Diebstahl“

Frank Trendelkamp hielt sich den ganzen Sommer über bedeckt – bis die Stühle plötzlich eines Herbstmorgens weg waren. „Aus Frust habe ich einen Text aufgehängt, der die Enttäuschung und mein Kopfschütteln über so einen ,Diebstahl‘ deutlich machte.“ Seine Zeilen hätten sehr gut die Stimmung vieler Spaziergänge widergespiegelt.

Als ein Mitarbeiter des Restaurants Waldesruh von der Missetat erfuhr, meldete er sich über ein Internetportal bei Trendelkamp mit der Nachricht: „Habe zwei neue Stühle vors Haus gestellt.“ Voller Freude brachte dieser die neuen Sitzgelegenheiten sofort an den gewohnten Platz. „Die allgemeine Freude war groß, und es gab wieder neuen Gesprächsstoff beim Spazierengehen.“ So entstand auch die Idee unter einigen Nachbarn, aus einem großen Baumstamm eine stabile Bank zu sägen und so weitere Diebstähle zu verhindern.

„Wir haben sofort Telefonnummern ausgetauscht“, so Trendelkamp weiter. „Und am gleichen Abend hat mich dann eine SMS erreicht.“ Inhalt der Nachricht: „Die beiden Stühle sind wieder aufgetaucht.“

Die Idee war geboren

Anscheinend war der aufgehängte Text bis zu den Leuten durchgedrungen, die die Stühle mitgenommen hatten. „Sie dachten wohl, jemand hätte sie dort entsorgt. Respekt und Anerkennung, dass sie sie zurückgebracht haben.“ Dennoch ging den Beteiligten die Idee von der gemütlichen und vor allem schwer zu stehlenden Bank nicht aus dem Kopf.

Nach ein paar weiteren Wochen meldete sich Nachbar Dirk Ortmann bei Frank Trendelkamp mit der Nachricht, im Internet zwei Bankgestelle ersteigert zu haben. Ein weiterer Nachbar (Klaus) ließ mit seiner Kreissäge Bretter zuschneiden. Seit Ende Dezember steht die Bank am Sandkopf…. fest im Boden verankert.

Der höchste Punkt in dem besonders grünen Stadtteil liegt bei rund 140 Meter Höhe. Das Nathebachtal macht die Aplerbecker Mark ebenfalls zu einem besonders attraktiven Naherholungsgebiet.