Willich macht Finale zur Farce

1. Regionalliga Basketball

Zu einer Farce wurde das Saisonfinale in der 1. Regionalliga. Denn alle - wenn auch minimalen - Bochumer Aufstiegshoffnungen machte der TV Willich durch einen handfesten Skandal zunichte.

WILLICH/BOCHUM

von Von Ralf Rudzynski

, 01.04.2012, 13:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Beschämendes Dokument aus Willich: Während sich die Recklinghäuser Basketballer auf das Spiel vorbereiten, ist von Gastgeber TV Willich nichts zu sehen.

Beschämendes Dokument aus Willich: Während sich die Recklinghäuser Basketballer auf das Spiel vorbereiten, ist von Gastgeber TV Willich nichts zu sehen.

1. Regionalliga, Herren

Bo. AstroStars - Dortmund

65:58

(18:12, 16:15, 22:13, 9:13)

Immerhin ging es am letzten Spieltag um nichts Geringeres als den mit dem Meistertitel verbundenen direkten Aufstieg. Um 19.30 Uhr beendeten die AstroStars am Samstag ihre Regionalliga-Saison, kletterten zurück auf Platz eins und durften zumindest für kurze Zeit erneut auf die 2. Liga hoffen. Bochum hatte beim Heimsieg über Dortmund nicht geglänzt, aber vorgelegt und führte dadurch wieder die Tabelle an.

Zwar wurden die Chancen, dass Recklinghausen beim bereits als Absteiger feststehenden Vorletzten nicht nachziehen würde, im Bochumer Lager äußerst gering eingeschätzt, doch "die Chance war da. Und man hat schon Pferde vor der Apotheke...", so der Tenor in der Rundsporthalle.

Schlag ins Gesicht

Nun war also Recklinghausen unter Zugzwang - eigentlich. Dass jedes Spiel erst einmal gewonnen werden muss, bewahrheitete sich diesmal allerdings nicht. Zumindest nicht, was das Match zwischen dem TV Willich und Citybasket betraf. Denn dieses wurde gar nicht angepfiffen.

Was sich zwischen 19 und 20 Uhr in der Jacob-Frantzen-Halle in Willich abspielte, hatte mit sportlicher Fairness, ernsthaftem Wettbewerb und Respekt gegenüber den Liga-Konkurrenten nichts zu tun. Was sich die sogenannten "Willich Wildcats" leisteten, war ein Schlag ins Gesicht für den Fair-Play-Gedanken.

Während sich die Gäste aus dem Vest rund 45 Minuten lang auf die Partie einstimmten, warteten die rund 40 weiteren Anwesenden vergeblich auf das Eintreffen eines Willicher Teams. Auch in der Willicher Hälfte wurde gedribbelt - doch statt Spieler sah man dort nur Kinder.

13 Minuten vor dem Ende betrat schließlich doch noch ein Akteur des TVW das Spielfeld und nahm einen Basketball in die Hand: Daniel Lyb. Insgesamt waren sogar drei Vertreter der Heimmannschaft erschienen, doch nur gemeinsam mit Albert Boykin und Brahim Bouklata konnte Lyb nicht auflaufen.

Nur drei Spieler bereit

Wo ist der TV Willich? Eine Frage, die um 20 Uhr beantwortet wurde: nicht da! Am Abend zuvor hatte Coach Hartmut Oehmen seinen Rücktritt erklärt, und diesem hatte sich wohl ein Großteil des Kaders angeschlossen. Respekt verdienten sich Lyb, Boykin und Bouklata, die spielbereit waren. Von den AstroStars gab es dazu keinen Kommentar, sondern vielsagendes Schweigen.

Der Freude bei den Citybaskets über die verdiente Meisterschaft tat das befremdliche Willicher "Auftreten" keinen Abbruch. Die rund 35 mitgereisten Fans feierten ihre Mannschaft, die tags zuvor den WBV-Pokal gewann.

Übrigens: Noch zu Beginn der zurückliegenden Woche hatte es aus Willich eine "Kontaktaufnahme" mit Bochum gegeben. Dabei ging es dem Vernehmen nach um eine "Motivationsspritze". Es versteht sich von selbst, dass man damit bei einem seriös geführten Verein wie den AstroStars an die falsche Adresse geraten war.

Bochum AstroStars: Howard (14), Veit (12), Rathjen, Klotz (je 10), Korbi (9), Abraham, Schulwitz, Terdenge, Kortmann, Niebrügge (je 2), Adib, Doll.