Windrad in Gerthe darf nicht gebaut werden

Oberverwaltungsgericht Münster

BOCHUM Jetzt ist es amtlich: Das geplante XXL-Windrad in Gerthe darf nicht gebaut werden. Nach dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hat auch das Oberverwaltungsgericht in Münster die bereits teilweise fertig gestellte Anlage für unzulässig erklärt. Grund: Der Abstand zu den Wohnhäusern.

von Von Martin von Braunschweig und Ilse Marie Schlehe

, 27.06.2010 / Lesedauer: 3 min
Windrad in Gerthe darf nicht gebaut werden

Gestoppt: das Windrad an der Stadtgrenze.

Leicht haben sich die Oberverwaltungsrichter ihre Entscheidung allerdings nicht gemacht. Zuletzt war der Senat sogar eigens aus Münster nach Bochum gefahren, um sich selbst ein Bild von der tatsächlichen Wirkung der Anlage zu machen. „Unter Berücksichtigung der konkreten örtlichen Gegebenheiten, insbesondere der Ausrichtung der Fenster von Wohnräumen und des Gartens zum Anlagenstandort, hat der Senat eine optische Bedrängung angenommen“, hieß es jetzt. Im Anschluss an den Ortstermin soll es noch einmal Kompromissverhandlungen zwischen dem Betreiber – der Godewind GbR – und den betroffenen Anwohnern gegeben haben. Da diese jedoch kein Ergebnis brachten, mussten die Richter eine Entscheidung treffen.

Der Windrad-Investor hatte den Vorwurf der optischen Bedrängung stets von sich gewiesen. Schon am Verwaltungsgericht in Gelsenkirchen hatte er deshalb Ende 2009 die Einholung eines „wahrnehmungspsychologischen Gutachtens“ beantragt. Damit sollte nachgewiesen werden, dass genau das Gegenteil richtig ist. Dass Windräder nämlich umso weniger stören, je höher sie in die Luft ragen. „Wenn man aus dem Fenster nur den Mast, nicht aber die Rotoren sieht, ist das doch wesentlich besser“, hieß es damals. Doch schon die Gelsenkirchener Richter wollten sich dieser Argumentation nicht anschließen.

Das Oberverwaltungsgericht hat ausdrücklich keine Revisionsmöglichkeit gegen sein Urteil zugelassen. „Wir haben unser Ziel erreicht, kommentiert Heinrich Breuckmann, der Mann von Barbara Gröger. Gleichwohl zahlen sie möglicherweise einen hohen Preis dafür. Denn der Senat habe darauf hingewiesen, dass sie Schwierigkeiten bekommen könnten mit der Stadt Bochum, weil ihr Wohnhaus teils nicht genehmigt sei.