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"Wir müssen was tun"

BOCHUM Stell dir vor, ein ausgewiesener Fachmann schlägt Möglichkeiten zur Energieeinsparung und damit zum Klimaschutz vor - und fast keiner reagiert.

von Von Thomas Aschwer

, 22.04.2008
"Wir müssen was tun"

Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz zeichnete gestern die drei Preisträger des Klimaschutz-Wettbewerbs für Bochumer Unternehmen aus. Gleichzeitig ermutigte sie die Unternehmen, an der zweiten Auflage teilzunehmen.

Was heute unvorstellbar erscheint, hat Johann Philipps vor rund 30 Jahren immer wieder erlebt. Von der Nutzung der Erdwärme etwa wollte damals kaum jemand etwas wissen. Geschweige es selbst ausprobieren. Öl und Gas waren ja so preiswert. Und das Thema Erderwärmung und die möglichen Folgen wurden oft nur belächelt.

Wie dramatisch die Situation sich aber seitdem verändert hat, wurde gestern im Bochumer Rathaus deutlich. Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz ehrte die Sieger des erstmals ausgeschriebenen Klimaschutzpreis. Der erste Preis ging - Sie sind nicht wirklich überrascht - an die Firma Philipps. Sie hat sich seinerzeit halt nicht entmutigen lassen und konsequent die Umweltkarte gespielt.

Energie einsparen

Ausgezeichnet wurde sie jetzt dafür, dass sie auf dem Firmengelände an der Rombacher Hütte ein Energie-Optimierungs-Center geschaffen hat. Ob Blockheizkraftwerk, Nutzung der Erdwärme, Sonnenenergie oder Holzpellets, über die gängigen umweltfreundlichen Energien können sich interessierte Bürger ganz praktisch informieren. Die Nachfrage ist riesig, die regelmäßigen Infoveranstaltungen sind sehr gut besucht, berichtete die Familie.

Kopfnicken bei Peter Lofi. Auch er ist Handwerker, auch er hat ein Installationsunternehmen. Lofi, der den dritten Preis errang, verhilft aber nicht nur Kunden zu "sauberer" Energie. Er hat auch bei der Übernahme einer Gewerbefläche und den damit verbundenen Umzug seines Unternehmens ein Zeichen gesetzt. Wo früher der Boden verdichtet war, hat Peter Lofi die Fläche so umgestaltet, dass jetzt das Regenwasser auf dem Gelände versickern kann.

Schon vom Grundkonzept der Firma ist Frank Althaus von der Hutzel-Vollkorn-Bäckerei auf Klimaschutz eingestellt. Die Rohstoffe kommen ausschließlich aus kontrolliertem biologischem Anbau. So wie das Getreide vor allem aus dem nahen Münsterland kommt, so liefert Hutzel auch nur in der Region. Und dazu achtet Althaus natürlich auf den Energieverbrauch. Mit einem neuen Backofen konnte der Verbrauch um stolze 13 Prozent reduziert werden - obwohl er eine größere Kapazität hat.

"Wir müssen was tun", will sich angesichts der Klimasituation die Stadt weiter engagieren. Die erneute Ausschreibung eines Klima-Schutz-Wettbewerbs ist ein Baustein dabei.