Wirtshaus-Zoff mit dramatischen Folgen

Job verloren

Erst schlug er um sich, dann drehte er völlig durch: Im Gerangel um einen Kneipen-Sitzplatz brannten einem Elektriker (57) aus Hiltrop im März 2011 alle Sicherungen durch. Ein 24-Jähriger erlitt schwere Verletzungen, verlor sogar seinen Job. Urteil am Landgericht: 3000 Euro Geldstrafe.

BOCHUM

von Von Werner von Braunschweig

, 13.04.2012, 16:44 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Mechaniker musste danach mehrfach operiert werden, verlor – weil arbeitsunfähig – am Ende sogar seinen Job. Erst in der letzten Woche musste der Ringfinger wegen anhaltender Komplikationen nochmals operativ gerichtet werden. Erneut wurden Platten und Schrauben eingesetzt. Ob der 24-Jährige seine rechte Hand jemals wieder vollwertig benutzen kann, ist offen. Der 24-Jährige bangt um seine berufliche Zukunft, musste zusätzlich psychiatrische Hilfe in Anspruch nehmen. „Ich muss noch 40 Jahre arbeiten, wie soll das gehen?“, fragte er sich als Zeuge.

„Ich habe das wirklich nicht gewollt“, entschuldigte sich der Angeklagte. Er hatte damals seit nachmittags Karneval gefeiert und literweise Bier in sich hinein geschüttet. Das Gericht nahm ihm zwar Reue und Einsicht ab, hob im Urteil jedoch in erster Linie die „schweren Folgen“ für das Opfer hervor. Richterin Jutta Kemmler: „Sie schlagen Frauen und brechen Finger, nur wegen einer blöden Eckbank. Das war völlig daneben.“ Auf den Elektriker kommen neben der Geldstrafe (75 Tagessätze) nun noch immense Schadenersatzforderungen zu.