Wissenschaft und Kunst schließen sich zusammen

Eine besondere Kooperation

Der Kontakt zwischen dem Kunstmuseum Bochum und dem Centrum für Religionswissenschaftliche Studien (Ceres) der Ruhr-Uni bestand schon länger. Um ihn zu intensivieren, haben die Partner jetzt einen Kooperationsvertrag geschlossen. Am Samstag (27.) eröffnet eine Ausstellung, die Ausdruck der Zusammenarbeit ist.

BOCHUM

, 27.02.2016, 12:14 Uhr / Lesedauer: 1 min

„Eigentlich kaufen wir selten fertige Produkte ein und setzen eher auf Eigenproduktionen“, sagte Museumsdirektor Hans Günter Golinski. Die Ausstellung, die das Institut Ceres zusammengestellt hatte, passte für ihn jedoch bestens in das interdisziplinäre Konzept des Museums. Er mochte den Experimentcharakter des Projekts: Wissenschaftler arbeiten mit Künstlern zusammen, um ihren Forschungsgegenstand und ihre Erkenntnisse zu visualisieren.

Konkret bedeutet das, dass im Untergeschoss des Kunstmuseums bis 3. April die Ausstellung „The Urban Sacred. Städtisch-Religiöse Arrangements“ zu sehen ist. Kuratiert wurde sie vom Forschungsprojekt „Iconic Religion“, das religiöse Zeichen in ausgewählten Vierteln der Metropolen Amsterdam, London und Berlin untersucht – zum Beispiel Architekturen, Bilder, Skulpturen, Symbole, Graffiti.

Religionsgemeinschaften

Die Metropolen zählen zu den säkularisiertesten der Welt. Trotzdem gibt es etwa in Berlin 250 Religionsgemeinschaften, aber rund 75 Prozent der Bevölkerung sind nicht religiös.

Neben Erkenntnissen der Forscher, die sich zum Beispiel mit der heutigen Funktion von Gotteshäusern beschäftigten und unter anderem auf eine Kirche in Amsterdam stießen, die heute als Tanzstudio genutzt wird, hat man auch Künstlerinnen ins Boot geholt: Nina Gschößl, Henriette Kriese und Tania Reinicke arbeiten visuell, das heißt, sie haben in den drei Städten fotografisch gearbeitet oder Videos gemacht. Ihre Arbeiten ergänzen in der Schau Ausstellungsstücke wie eine Gin-Flasche, die in England zum Abschluss der Totenwachen an Friedhöfen kreist.

Eröffnung am Samstag

Das Begleit-Programm der Ausstellung beginnt bereits bei der Eröffnung am Samstag, 17 Uhr, mit einer Podiumsdiskussion der Philosophen Magnus Schlette und Markus Kleinert. Am Donnerstag, 10. März, 19 Uhr, findet im Kunstmuseum der kostenlose Vortrag „Metropolis – Religiopolis. Religiöse Vielfalt im Ruhrgebiet und NRW“ statt und am Donnerstag, 17. März, 19 Uhr, ein weiterer zum Thema „Sakralbauten der Nachkriegsmoderne im Wandel“. 

„The Urban Sacred“ ist bis zum 3. April zu sehen. Öffnungszeiten: Di-So 10-17 Uhr, Mi 10-20 Uhr. Weitere Informationen gibt es online: 

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