Witten verliert ein Stück Tradition: Café Leye musste schließen

WITTEN Im ältesten Café der Stadt sind die Lichter ausgegangen. Seit dem 1. Januar gibt es kein Café Leye mehr an der Bahnhofstraße. Die Türen bleiben geschlossen, für immer.

von Von Barbara Zabka

, 07.01.2009, 07:19 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Café Leye bleibt seit dem 1. Januar geschlossen.

Das Café Leye bleibt seit dem 1. Januar geschlossen.

Die Ruhrstadt hat ein Stück ganz alte Tradition verloren. Das Cafe Konditorei Leye wurde im Jahre 1890 vom Namensgeber Otto Leye gegründet. Hat viele Höhen und Tiefen miterlebt und überstanden. Der unumstrittene Charme bei Leye war der Wiener Kaffeehaus-Stil: kleine Sitzecken, gepolsterte Stühle, gedämpftes Licht, leise Musik. Rundum eine gediegene Atmosphäre. Eine Oase der Ruhe in der Hektik der Fußgängerzone.

Viel Geld und noch mehr Herzblut haben Barbara und Martin Drüke in das Cafe gesteckt, als sie es vor vier Jahren übernahmen. Schon damals war das Zittern um den Fortbestand der „guten Stube“ groß. Doch das vertraute Ambiente blieb erhalten. Keine Fliesen, keine coolen Bistro-Möbel, keine Lichtspots. Die erschreckende Hiobsbotschaft erfuhren die Stammkunden erst kurz vor Weihnachten „Da kullerten viele Tränen - auf allen Seiten“, erinnert sich Martin Drüke an den letzten Tag. „Uns ist die Entscheidung sehr schwer gefallen - vom Bauch her tut es weh, vom Kopf her ist es in Ordnung“, zieht Martin Drüke Bilanz.

Der „Untergang“ von Leye war letztlich nicht mehr aufzuhalten. „Die Ausgabenspirale drehte sich schneller als die Einnahmen kamen. Wenn nichts mehr übrig bleibt, kann man nicht überleben. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt!“ Was in Zukunft mit dem Objekt geschieht, steht noch in den Sternen. Hausbesitzer Stephan Prigow: „Die Frage der Neuvermietung ist komplett offen. Es kommt auf die Interessenten an!“ Jetzt wird das Cafe Leye erst mal ausgeräumt und besenrein gemacht.