Wittener Arzt soll nicht nach England ausgeliefert werden

Tödlicher Behandlungsfehler

WITTEN/HAMM Der 66-jährige Wittener Arzt, bei dessen England-Einsatz wegen schwerer Behandlungsfehler mindestens ein Mensch ums Leben kam, soll nicht nach England ausgeliefert werden. Die Generalstaatsanwaltschaft Hamm hält das Auslieferungsgesuch für "unzulässig".

08.05.2009, 09:54 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eine Überdosis Schmerzmittel soll der Wittener Mediziner seinem englischen Patienten gespritzt haben.

Eine Überdosis Schmerzmittel soll der Wittener Mediziner seinem englischen Patienten gespritzt haben.

Im Februar 2008 hatte der 66-jährige Arzt aus Witten einen tödlichen Behandlungsfehler in Großbritannien begangen. Der Deutsche hatte nach Angaben der Staatsanwaltschaft Bochum eingeräumt, einem 70-jährigen Patienten aus dem englischen Cambridgeshire irrtümlich eine tödliche Überdosis Schmerzmittel verabreicht zu haben.

Der Arzt hatte angegeben, den Fehler aus Übermüdung und Stress gemacht zu haben. Das Amtsgericht Witten verurteilte den Mediziner im März 2009 wegen fahrlässiger Tötung zu einer Haftstrafe von neun Monaten auf Bewährung und einer Geldstrafe von 5000 Euro. Der Fall löste in England eine Debatte über das Ärzte-Vertretungsprogramm aus, an dem sich der deutsche Arzt beteiligt hatte. Wegen des Ärztemangels im staatlichen Gesundheitssystem Großbritanniens werden etwa für Wochenend-Notdienste auch deutsche Ärzte eingeflogen. Nach dem tödlichen Fehler war der Arzt in England vom Dienst suspendiert worden. In Deutschland darf der Mediziner dagegen weiterhin praktizieren.